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Von Hamza Ahmed Profilbild Hamza Ahmed
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Venice AI wird Einhorn: 65 Mio. Dollar für crypto-native KI

Venice AI sichert sich 65 Millionen Dollar bei einer Milliardenbewertung. Der Token VVV legte 700 Prozent zu: Was crypto-native KI ist und warum sie wächst.

Während der Kryptomarkt unter Druck steht, wächst ein Segment gegen den Trend und hat soeben sein erstes Einhorn hervorgebracht: die auf Kryptowährungen aufgebaute künstliche Intelligenz.

Venice, die KI-Plattform des Unternehmers Erik Voorhees, hat eine Series-A-Runde über 65 Millionen Dollar bei einer Bewertung von einer Milliarde Dollar abgeschlossen. Der zugehörige Token VVV legte seit Jahresbeginn laut Unternehmensangaben vom 1. Juli 2026 um rund 700 Prozent zu. Mitten in einem roten Markt ist das ein Signal, das eine genauere Betrachtung verdient.

Der Fall Venice

Gegründet 2024 von Voorhees, dem Schöpfer von ShapeShift und einem der frühen Bitcoin-Pioniere, positioniert sich Venice als private und unzensierte Alternative zu ChatGPT. Eingaben werden auf dem Gerät des Nutzers verschlüsselt, Gespräche werden nicht auf firmeneigenen Servern gespeichert, und die Nutzer entscheiden selbst, wie stark Inhalte gefiltert werden.

Das Unternehmen schreibt keine roten Zahlen. Laut Vorheeses Ankündigung auf X vom 1. Juli 2026 zählt Venice über 3 Millionen Nutzer, wurde im ersten Quartal 2026 profitabel und erwirtschaftet einen annualisierten Umsatz von über 70 Millionen Dollar. Die Plattform verarbeitet laut eigenen Angaben 1,3 Billionen Token pro Monat. Die Runde wurde von der Kryptofirma Dragonfly angeführt, mit Beteiligung von Coinbase Ventures und weiteren Investoren. Bemerkenswert ist ein Detail: Anstatt eigene Token-Reserven zu verkaufen, gab Venice Eigenkapital ab. Die Erlöse sollen in eigene Rechenzentren und den Kauf von GPUs fließen.

Was „crypto-native“ wirklich bedeutet

Hier liegt der entscheidende Punkt. Der Token ist kein Beiwerk, sondern ein Zugangsrecht zu Rechenkapazität. Wer VVV stakt, erhält einen proportionalen und dauerhaften Anteil an der Inferenzkapazität von Venice, ohne nutzungsabhängige Gebühren: Ein Prozent Stake bedeutet dauerhaft ein Prozent der Kapazität. Ein zweiter Token namens DIEM wird in tägliche KI-Guthaben umgewandelt. Die Rechenleistung kommt von einem dezentralen Netzwerk aus GPU-Anbietern.

Der tiefere Grund, warum all das relevant ist, hat einen Namen: autonome KI-Agenten. Ein autonomer Agent kann kein Bankkonto eröffnen, wohl aber eine Krypto-Wallet besitzen. Erste Agenten bezahlen bereits in Stablecoins. Eine offene API mit Krypto-Infrastruktur ermöglicht es Bots, unzensierte Inferenz ohne menschliche oder bankliche Vermittler abzurufen. Die Logik ähnelt jener der KI-Token, ist aber auf der Ebene verankert, wo KI tatsächlich genutzt wird.

Venice hat nicht verkauft: eine seltene Ausrichtung

Anteil der VVV-Token in der Unternehmenskasse am Gesamtumlauf. Quelle: Venice-Angaben, Juli 2026 (Näherungswerte)

In der Venice-KasseRest des Marktes37,5%62,5%Obwohl der Token um 700 Prozent gestiegen ist, hat das Unternehmen keinen einzigen VVV verkauft

Warum gerade jetzt

Während Bitcoin-ETFs laut aktuellen Marktberichten Kapitalabflüsse verzeichnen, rotiert genau dieses Kapital in crypto-native KI. Dragonfly und Coinbase Ventures haben ihre Wette platziert, weitere Projekte ziehen nach, und Blockchains wie NEAR positionieren sich als Währungsschicht für KI-Agenten.

Die Logik ist struktureller Natur. Eine Wirtschaft, in der Milliarden autonomer KI-Agenten mit Maschinengeschwindigkeit transagieren, benötigt Geld, das wie das Internet funktioniert: programmierbar, ohne Genehmigungspflicht und mit minimalen Gebühren. Das ist der klarste Anwendungsfall für Kryptowährungen jenseits der Spekulation.

Die Kehrseite: Freiheit oder Risiko?

Das Versprechen „ohne Einschränkungen“ ist zugleich die größte offene Frage. Voorhees beruft sich auf die Neutralität von Bitcoin als Protokoll, das für alle gleich funktioniert. Eine unzensierte KI wirft jedoch echte Fragen zu Missbrauch und Sicherheit auf. Und der Token ist nicht das Unternehmen: Laut Venice-Unternehmensangaben zahlen nur etwa 8 Prozent der Nutzer in Krypto. VVV fungiert eher als Gemeinschafts- und Zugangstokens zur Rechenkapazität denn als Umsatztreiber. Bei diesem Tempo bringt er die gesamte Volatilität eines Mid-Cap-Tokens mit sich.

Die Kategorie ist real, steckt aber noch in den Kinderschuhen. Der wichtigere Befund geht über das einzelne Unternehmen hinaus: Während die Schlagzeilen auf rote Kerzen starren, entsteht ein Stack, in dem KI und Krypto aufhören, zwei getrennte Geschichten zu sein. Venice ist das erste Einhorn dieser Konvergenz, kaum das letzte. Offizielle Informationen finden sich auf venice.ai; der Token läuft auf Base, einem Layer-2-Netzwerk von Ethereum.

Dieser Inhalt dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanzberatung dar. Kryptowährungen sind hochvolatil und können zum vollständigen Kapitalverlust führen.

Von Hamza Ahmed Profilbild Hamza Ahmed
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