MicroStrategy unter Beschuss: Bitcoin-Zusammenbruch verbrennt Wert in Milliardenhöhe
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Von Hamza Ahmed Profilbild Hamza Ahmed
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MicroStrategy unter Beschuss: Bitcoin-Zusammenbruch verbrennt Wert in Milliardenhöhe

Der Einbruch von Bitcoin unter $60.000 bringt MicroStrategy in Schwierigkeiten: Die BTC-Schatzkammer ist jetzt "unter Wasser" und Michael Saylors Wachstumsmodell tritt in eine kritische Phase ein.

Die von MicroStrategy verfolgte aggressive Akkumulationsstrategie von Bitcoin befindet sich in einer der kritischsten Marktphasen der letzten Jahre. Mit dem jüngsten Abrutschen der wichtigsten Kryptowährung in Richtung der psychologischen Schwelle von 60.000 Dollar befindet sich das von Michael Saylor geleitete Unternehmen in einer verwundbaren Position, da sein riesiger digitaler Schatz weit unter den durchschnittlichen Anschaffungskosten liegt.

Die Aktie des Unternehmens hat mit starken Rückgängen reagiert, was einmal mehr seine Natur als fremdfinanzierter Stellvertreter für Bitcoin bestätigt. Das alarmierendste Stresssignal für Analysten ist jedoch nicht nur der Kursrückgang, sondern die Tatsache, dass die Marktbewertung des Unternehmens unter den Wert der in der Bilanz gehaltenen Bitcoins gerutscht ist.

Ein „Unterwasser“-Schatz: Verluste in Milliardenhöhe

Die Zahlen zeichnen ein Bild extremer finanzieller Belastung. MicroStrategy besitzt derzeit etwa 713.500 Bitcoins, die sich im Laufe der Zeit zu einem durchschnittlichen Preis von etwa 76.000 Dollar pro Münze angesammelt haben. Da Bitcoin bei 60.000 $ gehandelt wird, liegt die Position des Unternehmens etwa 21 % unter der Gewinnschwelle, was zu nicht realisierten Verlusten in Milliardenhöhe führt.

BTC-Preisanalyse: Quelle CoinGecko

Auch wenn es sich hierbei um Verluste "auf dem Papier" handelt, die das Unternehmen nicht zu sofortigen Verkäufen zwingen, sind die Auswirkungen in der Realität verheerend. Die Investitionsthese, die auf dem immerwährenden Wachstum des Vermögenswerts beruht, hat Risse bekommen, wodurch sich der Schwerpunkt der Anleger von der langfristigen Akkumulation auf die kurzfristige finanzielle Belastbarkeit verlagert.

Der Zusammenbruch des mNAV: ein Motor mit Motorschaden

Das unmittelbarste Problem für Michael Saylor betrifft den so genannten Market Net Asset Value (mNAV). Dieser Indikator ist in letzter Zeit auf etwa 0,87x gefallen, was darauf hindeutet, dass die Aktie von MicroStrategy mit einem Abschlag auf den inneren Wert der Bitcoins in der Bilanz gehandelt wird.

MSTR Average BTC Buying Price: Source Strategy

Warum sind diese Daten so wichtig? Das Wachstumsmodell des Unternehmens basiert auf der Fähigkeit, neue Aktien mit einem Aufschlag auf den Wert des zugrunde liegenden Vermögenswerts auszugeben, um weitere Bitcoin-Käufe zu finanzieren. Wenn der Aufschlag verschwindet und zu einem Abschlag wird, verwässert die Emission neuen Kapitals die bestehenden Aktionäre, anstatt sich zu vermehren. Einfach ausgedrückt: Der wichtigste Wachstumsmechanismus des Unternehmens ist derzeit eingefroren.

Verteidigung und Widerstandsfähigkeit: noch keine Solvenzkrise

Trotz des Drucks weisen Experten darauf hin, dass sich MicroStrategy noch nicht in einer Solvenzkrise befindet. In den vergangenen zwei Jahren hat das Unternehmen rund 18,6 Mrd. USD durch die Ausgabe von Aktien eingenommen und dabei günstige Marktsituationen genutzt, als die Aktie mit einem hohen Aufschlag gehandelt wurde.

Diese Kapitalreserven ermöglichten es dem Unternehmen, seine derzeitige Position ohne übermäßige Zwangsverwässerung aufzubauen. Darüber hinaus wirkt sich die Schuldenstruktur des Unternehmens positiv aus: Die Fälligkeiten sind langfristig, und beim derzeitigen Preisniveau gibt es keine direkt an den Bitcoin-Kassakurs gekoppelten Nachschussmechanismen, die Zwangsliquidationen auslösen könnten.

Die Herausforderungen am Horizont

Dennoch ist die Verschiebung von expansiv zu defensiv offensichtlich. Das Katastrophenrisiko bleibt hoch, wenn sich Bitcoin über einen längeren Zeitraum unter den durchschnittlichen Anschaffungskosten stabilisieren sollte und der Kapitalmarkt für Neuemissionen geschlossen bleibt.

MSTR Aktienkurs: Quelle Google Finance

In einem Stagnationsszenario würde die Refinanzierung von Schulden erheblich teurer werden, das Vertrauen der Anleger könnte weiter schwinden und das Risiko einer Verwässerung würde drastisch steigen. Im Moment hält sich MicroStrategy noch über Wasser, aber der Spielraum für Fehler ist auf ein Minimum geschrumpft, so dass das Schicksal des Unternehmens ganz in den Händen des nächsten Kryptowährungsmarktzyklus liegt.

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