Goldener Wasserhahn tropft Dividenden-Münzen die sich in Bitcoin-Münzen verwandeln auf orangem Hintergrund
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Von Giulia Ferrante Profilbild Giulia Ferrante
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Franklin Templeton: zwei ETFs wandeln Dividenden in Bitcoin um

Franklin Templeton, mit 1.500 Milliarden Dollar verwaltetem Vermögen, hat zwei ETFs bei der SEC eingereicht, die Aktiendividenden automatisch in Bitcoin…

Franklin Templeton möchte, dass Dividenden aus Aktien automatisch Bitcoin kaufen, innerhalb eines gewöhnlichen ETF. Am 18. Juni reichte der 1.500 Milliarden Dollar schwere Vermögensverwalter, gegründet 1947, bei der SEC Unterlagen für zwei Fonds ein, die genau das leisten: Statt Dividenden bar auszuzahlen oder in weitere Aktien zu reinvestieren, lenken sie diese Erträge automatisch in Bitcoin-Exposure um. Ohne dass der Anleger etwas tun muss.

Die anfängliche Allokation der neuen ETFs

Anteil, der via Dividenden in Bitcoin fließt. Quelle: SEC-Unterlagen, Juni 2026

5%in Bitcoin, 95% Aktien

Die beiden Fonds heißen Franklin US Equity Bitcoin DRIP Index ETF und Franklin US Innovation Bitcoin DRIP Index ETF. Laut den bei der SEC eingereichten Unterlagen vom Juni 2026 starten sie mit einer Allokation von 95% in US-Large-Cap-Aktien und 5% in Bitcoin, mit einer Obergrenze von 20% für den Bitcoin-Anteil. Der erste Fonds bildet einen Index von rund 498 Titeln ab, der zweite die 100 größten Nicht-Finanzunternehmen des Nasdaq. Der Start ist für etwa September 2026 geplant, sofern die Genehmigung erteilt wird. Ticker, Gebühren und Börsenplatz wurden noch nicht bekannt gegeben: Im Vorabprospekt sind diese Felder leer.

Warum die Idee cleverer ist, als sie wirkt

In der Praxis: das Prinzip heißt DRIP, Dividend Reinvestment Plan, und ist eine der bewährtesten Methoden im Anlagegeschäft. Normalerweise kauft ein DRIP-Plan mit den Dividenden weitere Aktien desselben Unternehmens. Hier werden sie dagegen nach einer festen Regel automatisch in Bitcoin umgeleitet.

Das Ergebnis: Jede Quartalsdividende eines Konzerns wie Apple, Microsoft oder ExxonMobil wird zu einem planmäßigen Bitcoin-Kauf. Wer den Fonds hält, baut mit der Zeit ein Krypto-Exposure auf, und zwar als Nebeneffekt eines ganz normalen Aktienportfolios, ohne jemals bewusst entscheiden zu müssen, Bitcoin zu kaufen. Das ist eine Hintertür, die gezielt für vorsichtigere Anleger und Institutionen gedacht ist, die aus Compliance-Gründen keine Kryptowährungen direkt halten dürfen. In Deutschland und Österreich etwa schließen viele Anlagebedingungen institutioneller Fonds den direkten Erwerb von Kryptowährungen noch ausdrücklich aus.

Der Kontext: der Boom der Krypto-ETFs

Diese Einreichung kommt nicht aus dem Nichts. Bitwise schätzt, dass im Jahr 2026 mehr als hundert Bitcoin-bezogene ETFs auf den Markt kommen könnten. Die Entwicklung fügt sich in den Trend der großen Vermögensverwalter ein, Kryptowährungen in traditionelle Produkte zu integrieren. Die Frage, die sich als nächstes stellt: Werden Vanguard, Fidelity und andere Dividendenfonds-Giganten mit ähnlichen Strukturen nachziehen?

Nüchtern betrachtet bleibt ein Befund, der Innovation von realer Wirkung trennt. Diese Fonds sind keine reinen Bitcoin-Produkte, sondern Aktienfonds mit einer Bitcoin-Komponente. Die 5%, die durch Dividenden gespeist werden, sind ein langsamer und bescheidener Zufluss, keine Kaufwelle. Ob es sich um dauerhaft nachgefragte Produkte oder nur geschickte Verpackung handelt, werden die noch unbekannten Gebühren und die tatsächlichen Volumina nach dem Start zeigen.

Die entscheidende Zahl ist genau diese 5%, die im Laufe der Zeit automatisch auf bis zu 20% ansteigen kann. Für einen einzelnen Fonds ist das wenig. Setzt sich das Modell jedoch in der gesamten Dividendfonds-Industrie durch, könnte die Summe vieler kleiner Zuflüsse zu einem beträchtlichen Strom werden. Die offizielle Einreichung ist über SEC EDGAR einsehbar, Produktdetails finden sich auf der Website von Franklin Templeton. Weitere Entwicklungen beobachten wir in der Rubrik Bitcoin.

Von Giulia Ferrante Profilbild Giulia Ferrante
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