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Von Giulia Ferrante Profilbild Giulia Ferrante
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Krypto-Adoption 2025: Indien führt, 7 Schwellenländer in Top 10

Indien führt den Chainalysis-Index 2025 zum dritten Mal: 7 der Top-10-Länder sind Schwellenländer. Krypto als Überlebenswerkzeug, nicht als Spekulation.

Im Jahr 2025 nutzt kein westliches Land Kryptowährungen intensiver als alle anderen. Indien steht laut dem Chainalysis Global Crypto Adoption Index 2025 an der Weltspitze, noch vor Pakistan und Vietnam. Die geografische Verteilung der Krypto-Nutzung widerspricht fast allen Erwartungen.

Die Rangliste: Schwellenländer dominieren

Der Chainalysis-Index, der jährlich On-Chain- und Off-Chain-Daten aus 151 Ländern auswertet und dabei nach Bevölkerungsgröße sowie Kaufkraftparität gewichtet, misst nicht das absolute Handelsvolumen, sondern wie intensiv normale Menschen Kryptowährungen im Alltag nutzen.

Die zehn führenden Länder sind laut Chainalysis 2025: Indien, USA, Pakistan, Vietnam, Brasilien, Nigeria, Indonesien, Ukraine, Philippinen und Russland. Indien führt zum dritten Mal in Folge und liegt in allen Unterkategorien vorn. Sieben der zehn Länder sind Schwellenländer.

Herkunft der Top-10-Länder

Anteil der 10 führenden Länder am Index nach Herkunftsregion. Quelle: Chainalysis, 2025

  • APAC (Asien-Pazifik): 50 %
  • Osteuropa: 20 %
  • Andere Regionen: 30 %

Warum Schwellenländer vorn liegen

Die Erklärung widerlegt ein verbreitetes Vorurteil. In diesen Ländern sind Kryptowährungen kein spekulatives Instrument, sondern ein Werkzeug zur finanziellen Selbstverteidigung.

Die Antriebskräfte sind konkret: Inflationsschutz, Remittances und Banklosigkeit treffen auf eine Smartphone-Verbreitung, die den Zugang zu Bankkonten weit übertrifft. In Lateinamerika machen Stablecoins laut Chainalysis bereits über 90 % der gesamten Krypto-Aktivität aus. Sie dienen primär dem Schutz von Ersparnissen vor Währungsabwertung, während Stablecoin-Überweisungen gleichzeitig die Kosten von Auslandsüberweisungen nahezu auf null senken.

In Nigeria löste eine Währungsabwertung im März 2025 einen sprunghaften Anstieg der On-Chain-Aktivität aus. Mehr als 8 % des dort transferierten Wertes fließt laut Chainalysis in Transaktionen unter 10.000 Dollar, ein klares Zeichen für alltägliche, kleinteilige Nutzung. Freelancer und Kleinstunternehmen setzen zudem zunehmend auf die Option, sich in Stablecoins bezahlen zu lassen.

Wer am schnellsten wächst

De facto: der Schwerpunkt verschiebt sich in den Globalen Süden. In den zwölf Monaten bis Juni 2025 führte die Asien-Pazifik-Region das Wachstum an, wie Chainalysis in seinem Bericht dokumentiert.

Krypto wächst am schnellsten im Globalen Süden

Jährliches Wachstum des empfangenen On-Chain-Werts, 12 Monate bis Juni 2025. Quelle: Chainalysis, 2025

+69%
+63%
+52%
+49%
+42%
APACLateinamerikaSubsahara-AfrikaNordamerikaEuropa

Das On-Chain-Volumen der Asien-Pazifik-Region stieg laut Chainalysis binnen eines Jahres von 1.400 auf 2.360 Milliarden Dollar. Lateinamerika und Subsahara-Afrika folgten mit Wachstumsraten zwischen 50 und 63 %.

Zwei Motoren, ein Markt

Dennoch wäre es falsch, die Rangliste als Rückzug des Westens zu lesen. Der Krypto-Markt läuft heute auf zwei grundlegend verschiedenen Antrieben.

In Schwellenländern dominiert die Basisnutzung: alltägliche, kleinteilige Transaktionen aus wirtschaftlicher Notwendigkeit. In wohlhabenden Ländern dominiert die institutionelle Ebene: ETFs, tokenisierte Assets und regulierte Infrastruktur. Beim absoluten Volumen liegen Europa und Nordamerika laut Chainalysis weiterhin vorn, mit rund 2.600 beziehungsweise 2.200 Milliarden Dollar an empfangenen On-Chain-Werten.

Bereinigt man die Zahlen nach Bevölkerungsgröße, verändert sich das Bild erneut: Osteuropa, mit Ukraine, Moldau und Georgien an der Spitze, landet ganz vorn. Misstrauen gegenüber Bankinstitutionen kombiniert sich dort mit technischer Kompetenz und treibt die Alltagsnutzung.

Europa und MiCA: eine andere Partie

Europa verzeichnet laut Chainalysis ein Wachstum von 42 % und spielt eine eigenständige Rolle. Die EU hat mit dem MiCA-Regulierungsrahmen einen klaren Ordnungsrahmen gesetzt und den Weg für zugelassene Euro-Stablecoins geebnet. BaFin-regulierte Plattformen wie Trade Republic oder Bitpanda profitieren von diesem stabilen Umfeld, das institutionelles Vertrauen schafft, aber gleichzeitig die Eintrittsbarrieren für Kleinanleger erhöht.

Die Rangliste zeigt letztlich ein gespaltenes Bild. Kryptowährungen teilen sich in zwei Welten auf: Im Globalen Süden sind sie Infrastruktur zum wirtschaftlichen Überleben, im Westen eine Anlageklasse für Portfolios. Die entscheidende Frage für 2026 lautet, ob diese zwei Welten konvergieren werden, während Regulierungen und Stablecoins gemeinsame Schienen bauen. Denn das „digitale Geld“, das heute wirklich genutzt wird, ist kein digitales Zentralbankgeld, sondern ein Stablecoin in Lagos oder São Paulo, gespeichert auf einem Telefon, häufig in Eigenverwahrung. Die vollständigen Daten finden sich im Bericht von Chainalysis; den Rahmen zu Remittances und finanzieller Inklusion liefert die Weltbank.

Von Giulia Ferrante Profilbild Giulia Ferrante
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