Der 15. April 2026 ist ein Datum, das sich alle merken werden, die den RWA-Markt verfolgen. Legal & General Asset Management, mit über £1,2 Billionen verwaltetem Vermögen der größte Vermögensverwalter Großbritanniens, hat die Tokenisierung von mehr als £50 Milliarden an Liquiditätsfonds über das Calastone Tokenised Distribution Network (CTD Network) angekündigt. Live auf Ethereum und EVM-kompatiblen Blockchains. Kein Test. Kein Pilotprojekt. Es ist echtes Geld, und es ist jetzt on-chain.
Der bisher stärkste Schlag der RWA-Ära
Zur Einordnung: BlackRock mit BUIDL, Amundi mit SAFO und Franklin Templeton mit BENJI hatten die Richtung bereits vorgegeben. Doch L&G bringt eine Summe ins Spiel, die die Proportionen des Marktes verändert. Fünfzig Milliarden Pfund in Geldmarktfonds, risikoarme Instrumente mit sofortiger Liquidität und wettbewerbsfähiger Rendite, sind nun auf der Blockchain zugänglich, in drei Währungen: Dollar, Euro und britisches Pfund.
Laut Daten von RWA.xyz lagen die tokenisierten Treasuries Anfang 2026 bei 8,9 Milliarden. Heute sind es bereits über 13 Milliarden. Die Beschleunigung ist messbar, und diese Transaktion von L&G treibt sie weiter nach oben. Der gesamte RWA-Markt nähert sich der Marke von 28 Milliarden.
Ross McDonald, Liquidity Investment Specialist bei L&G, erklärte:
„Tokenised distribution provides meaningful enhancements in efficiency and reach. We are excited to partner with Calastone as we accelerate innovation across our liquidity franchise.“
Simon Keefe, Head of Digital Solutions bei Calastone, fügte hinzu:
„This launch demonstrates how tokenisation can be applied to established fund structures to enhance distribution, improve efficiency and broaden access within a controlled, regulated framework.“
Pressemitteilung von L&G.
Wie die CTD-Technologie funktioniert
Das Calastone-Netzwerk, heute Teil von SS&C Technologies, verbindet über 4.500 Finanzinstitute in 56 globalen Märkten. Das CTD Network übernimmt Token-Erstellung, Order-Routing, Trade-Aggregation und On-Chain-Settlement und integriert sich direkt in bestehende Verwaltungssysteme. Für Anleger, die weiterhin traditionell auf die Fonds zugreifen, ändert sich operativ nichts. Wer den Zugang über eine Blockchain-Infrastruktur wünscht, dem öffnet sich eine neue Tür.
Die Token sind zunächst auf Ethereum und EVM-kompatiblen Chains verfügbar, eine Erweiterung auf weitere Netzwerke wurde bereits angekündigt.
Der Kontext, der diesen Moment besonders macht
L&G bewegt sich nicht im luftleeren Raum. Erst vor ein paar Wochen hatten Amundi und Spiko SAFO innerhalb von drei Wochen auf 400 Millionen AUM auf Chainlink gebracht, der am schnellsten wachsende Start eines tokenisierten Fonds in der Geschichte des Protokolls.
BlackRock hatte BUIDL im März 2026 auf Solana ausgeweitet. WisdomTree hatte den 24/7-Handel mit sofortiger Abwicklung ermöglicht. Und während all das geschah, wuchs der RWA-Markt trotz einer Abwärtsphase im Kryptomarkt um 4 %. Hier hatten wir die Zahlen analysiert →
Im Hintergrund läuft zudem das regulatorische Wettrennen: In den USA wird der CLARITY Act genau in diesen Tagen beim SEC-Roundtable erwartet, und die Interpretive Release von SEC und CFTC vom März 2026 hat Bitcoin, Ethereum und Solana bereits als digitale Commodities eingestuft.
Europa hat unterdessen MiCA vollständig in Kraft, und die britische FCA arbeitet an ihrem eigenen, für 2027 geplanten Regelwerk, was L&G die regulatorische Sicherheit gibt, die für einen Schritt dieser Größenordnung nötig ist.
Was das für uns bedeutet
Die traditionelle Finanzwelt experimentiert nicht mehr mit der Blockchain. Sie wandert ab. Es geht nicht um „zukünftiges Potenzial“ oder Whitepaper: Es geht um £50 Milliarden, die bereits on-chain liegen, verwaltet von einem der glaubwürdigsten Namen der europäischen Finanzwelt.
Wer diesen Markt aufmerksam verfolgt, weiß bereits, wohin sich das institutionelle Geld 2026 bewegt. Die Antwort lautet, immer eindeutiger, on-chain.



