Goldener Bitcoin-Muenzturm mit Rissen auf rotem Untergrund, fallender Aktienkurs und Vorzugsaktien-Zertifikat
Von Hamza Ahmed Profilbild Hamza Ahmed
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Strategy verkauft Bitcoin: STRC unter pari, Modell unter Druck

Strategy verkauft erstmals seit 2022 Bitcoin: STRC fiel am 18. Juni 2026 auf 82,50 Dollar. Yield bei 13 Prozent, Arca skizziert zwei Szenarien.

Zweiunddreißig Bitcoin. Auf dem Papier eine Kleinigkeit, ein Bruchteil des Schatzes von über 840.000 Münzen bei Strategy. In der Praxis war es der erste Verkauf seit 2022 und genau der Riss, auf den der Markt gewartet hatte. Am 18. Juni 2026 fiel das Vorzugsaktien-Papier STRC bis auf 82,50 Dollar, deutlich unter den Nennwert von 100 Dollar. Die Frage ist nicht mehr, ob die Akkumulationsmaschine eine Grenze hat, sondern wie nah diese Grenze bereits ist.

Die Tageszahlen veranschaulichen die Spannung. Laut Marktdaten von CoinGecko schloss STRC bei 88,59 Dollar, den zweiten Tag in Folge unter 90, die längste Phase unter pari seit dem Börsenstart im Juli 2025. Das Handelsvolumen explodierte auf 10,7 Millionen Stück gegenüber einem Durchschnitt von etwa 3,4 Millionen. Die Stammaktie MSTR schloss bei 112,53 Dollar, weit entfernt von den Jahreshöchstständen nahe 457 Dollar. Bitcoin pendelte laut TradingView um die 62.000 Dollar.

Das Problem ist nicht Bitcoin, sondern die Maschine, die es kauft

Strategy hat seinen Schatz aufgebaut, indem das Unternehmen Aktien und Vorzugspapiere emittierte und das Kapital dann in Bitcoin umwandelte. Der Mechanismus funktioniert, solange MSTR steigt und solange das Unternehmen Kapital zu günstigen Konditionen einsammeln kann.

Fällt der Kurs, verliert der Motor an Kraft. Das Unternehmen hält fünf Vorzugsaktien-Serien mit geschätzten Dividendenverpflichtungen zwischen 1,5 und 1,7 Milliarden Dollar pro Jahr. Die Kassenreserve ist laut Unternehmensberichten von 2,25 Milliarden Dollar zu Jahresbeginn auf rund 900 Millionen Dollar geschrumpft. Der Verkauf von 32 Bitcoin Ende Mai zu einem Durchschnittspreis von 77.135 Dollar diente laut Strategy-Mitteilung direkt zur Deckung der STRC-Dividenden.

Die Szenarien für Strategy laut Arca

Quelle: Arca, Jeff Dorman, Juni 2026

  • Verkauf kleiner MSTR-Pakete monatlich, 70 %
  • Verkauf von 3, 4 Milliarden Dollar in Bitcoin, 25 %
  • Sonstige Szenarien, 5 %

Jeff Dorman, Chief Investment Officer bei Arca, hat die Optionen in einem Beitrag auf X im Juni 2026 klar benannt. Basisszenario mit 70 Prozent Wahrscheinlichkeit: Strategy verkauft monatlich kleine Mengen MSTR, gibt den STRC-Inhabern einen Hoffnungsschimmer und schützt den Bitcoin-Bestand weitgehend. Die Stammaktie, so Dorman wörtlich, werde dabei „regelrecht geprügelt“.

Alternativszenario mit 25 Prozent Wahrscheinlichkeit: Strategy veräßert Bitcoin im Wert von 3 bis 4 Milliarden Dollar, um STRC wieder an den Nennwert heranzuführen. Das würde Zeit kaufen und den Vorzugsaktionären Erleichterung bringen, wäre aber kurzfristig belastend für den Bitcoin-Kurs.

Der Teufelskreis beim Yield

Hier liegt das Paradox. Da STRC unter pari notiert, ist die effektive Rendite für heutige Käufer auf rund 13 Prozent gestiegen. Um den Kurs zu stabilisieren, müsste Strategy den Kupon erhöhen. Um diesen zu zahlen, wären jedoch weitere MSTR-Verkäufe zu Abschlagspreisen nötig, was die Stammaktionäre verwässert und den Kurs weiter nach unten drückt. Bleibt das Unternehmen passiv, sinkt STRC weiter.

Jeder Weg hat seinen Preis. Das Unternehmen hat das STRC-Emissionsprogramm vorläufig ausgesetzt, solange die Aktie unter 100 Dollar notiert. Hinzu kommt der Wettbewerbsdruck: Das Vorzugspapier SATA von Strive notiert laut Marktdaten bei pari und bietet eine ähnliche Rendite bei transparenterer Struktur.

Nicht alle schlagen Alarm

Die bärische Lesart ist nicht die einzige. TD Cowen bestätigte sein Kaufurteil für MSTR mit einem Kursziel von 400 Dollar. Dorman selbst weist darauf hin, dass das Unternehmen laut Unternehmensangaben rund 35,2 Milliarden Dollar in unverpfändetem Bitcoin hält, bei einer Marktkapitalisierung von 40,4 Milliarden Dollar. Strategy wird damit zum 1,15-fachen des Nettoinventarwerts gehandelt und hat keine Margin-Trigger.

Die Liquidität reicht Schätzungen zufolge für bis zu 21 Monate Dividendenzahlungen. Michael Saylor, Executive Chairman, hat STRC nach dem Verkauf öffentlich verteidigt. Die Maschine knarzt, ist aber nicht zusammengebrochen. Was sich geändert hat und nicht mehr rückgängig zu machen ist: das Signal. Das Prinzip des „niemals verkaufen“ ist jetzt an Bedingungen geknüpft. Der nächste Schritt wird zeigen, ob es sich um gewöhnliches Liquiditätsmanagement handelt oder um den Beginn eines strukturellen Problems. Alle relevanten Gesellschaftsdokumente sind über SEC EDGAR und die offizielle Website von Strategy abrufbar.

Von Hamza Ahmed Profilbild Hamza Ahmed
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