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Von Giulia Ferrante Profilbild Giulia Ferrante
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Coinbase Erhält OCC-Charter: Keine Bank, Aber Ein Wendepunkt für Institutionelles Krypto

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Coinbase ist keine Bank. Aber mit der OCC-Zulassung wird der Kryptomarkt ein anderer sein.

Am 2. April 2026 erteilte das Office of the Comptroller of the Currency der Vereinigten Staaten Coinbase die bedingte Genehmigung zur Gründung der "Coinbase National Trust Company" — einer bundesweit zugelassenen Trust Company mit Fokus auf die Verwahrung digitaler Vermögenswerte. Dies ist kein technisches Regulierungsdokument für Fachkreise. Es ist ein struktureller Einschnitt, der auch für den deutschen und europäischen institutionellen Markt von erheblicher Bedeutung ist.

Was Coinbase konkret erhalten hat

Coinbase erhielt die bedingte Zulassung des OCC — der US-Bundesbehörde, die national zugelassene Banken beaufsichtigt — um als Trust Company auf Bundesebene zu operieren. Die Unterscheidung ist wesentlich: Coinbase wird keine Geschäftsbank. Es werden keine Retail-Einlagen entgegengenommen, keine Kredite vergeben, kein Teilreserve-System betrieben. CEO Brian Armstrong stellte dies in seiner Ankündigung auf X unmissverständlich klar.

"Coinbase has received conditional OCC charter approval. We"re not becoming a bank, it"s a trust company. We"re bringing the infrastructure of crypto under federal regulatory oversight."
— @brian_armstrong, 2. April 2026

Was Coinbase tatsächlich gewinnt, ist ein einheitlicher bundesrechtlicher Regulierungsrahmen für die Verwahrung digitaler Assets — und damit das Ende des Flickenteppichs aus 50 verschiedenen staatlichen Lizenzen, der bisher die institutionelle Expansion in den USA erschwerte. Eine einzige Bundesaufsicht, einheitliche Standards, strukturelle Glaubwürdigkeit. Für deutsche und europäische Marktteilnehmer, die mit der BaFin-Aufsicht und dem MiCA-Rahmenwerk vertraut sind, ist dies ein wohlbekanntes Prinzip — nun auf den US-Markt übertragen.

Stellungnahmen von Paul Grewal und Greg Tusar

Paul Grewal, Chief Legal Officer von Coinbase, begrüßte die Genehmigung auf X mit einer Botschaft, die den Ton des Unternehmens gut widerspiegelt: institutionell, direkt, langfristig orientiert.

"Consistent rules and regulatory trust are what allow us to innovate with confidence. Today"s conditional @USOCC approval is yet more proof that our approach is working. Our thanks to Comptroller Gould and his entire team."
— @iampaulgrewal, 2. April 2026

Greg Tusar, Co-CEO von Coinbase Institutional, ergänzte:

"Wir sind Verwahrstelle für mehr als 80 % der digitalen Asset-ETFs weltweit, aber es gibt zahlreiche Vermögensverwalter und Hedgefonds, die mit einer Einheit operieren möchten, die über diese Art von Charter verfügt. Das verändert unsere Fähigkeit, sie zu bedienen."
— Greg Tusar, Co-CEO Coinbase Institutional

Die institutionelle Botschaft ist klar: Die Charter ist kein Luxus. Sie ist die Antwort auf eine reale Marktanforderung — von Pensionsfonds bis hin zu institutionellen Vermögensverwaltern, die regulierte Gegenparteien auf Bundesebene benötigen.

Bedeutung und Kontext

Was am 2. April geschah, steht nicht für sich allein. Es ist das jüngste Kapitel einer Entwicklung, die im Dezember 2025 begann, als der OCC bereits bedingte Genehmigungen an Circle, Ripple, BitGo, Paxos und Fidelity Digital Assets erteilt hatte. Coinbase ist das größte Puzzlestück. Mit über 245 Milliarden US-Dollar verwalteter Assets und der Verwahrung der großen Mehrheit der in den USA zugelassenen Spot-Bitcoin-ETFs ist Coinbase die institutionelle Referenz-Verwahrstelle der Branche.

Die Bundescharter beseitigt die Notwendigkeit, in allen 50 US-Bundesstaaten einzeln Lizenzen zu beantragen. Ein Pensionsfonds, der in Bitcoin investieren möchte, muss nicht mehr prüfen, welches staatliche Regelwerk in seinem Bundesstaat gilt: Er hat eine Einheit vor sich, die direkt vom OCC beaufsichtigt wird — mit Standards, die mit denen national zugelassener Banken vergleichbar sind. Für europäische institutionelle Investoren, darunter auch DACH-Akteure, die zunehmend in digitale Assets diversifizieren, stellt dies eine bedeutsame regulatorische Referenz dar.

Befürworter und Kritiker

Die Kryptobranche begrüßte die Nachricht mit Begeisterung. Nick Puckrin, Mitgründer von Coin Bureau, fasste die Stimmung im institutionellen Markt zusammen:

"Krypto-Verwahrung ist das goldene Ei. Sie verspricht, institutionelle Kapitalflüsse zu erschließen — daher ist es folgerichtig, dass die Liste der Unternehmen, die nationale Bankchartern beantragen, wächst."
— Nick Puckrin, Mitgründer Coin Bureau

Michele Alt, Partnerin bei Klaros Group, bot eine technischere Einschätzung:

"Die bedingten Genehmigungen spiegeln die Führungsrolle des OCC bei der Definition wider, wie Kryptoaktivitäten innerhalb des traditionellen Bankensystems operieren werden."
— Michele Alt, Partnerin Klaros Group

Kritische Stimmen fehlen nicht. Die Independent Community Bankers of America richtete einen Brief an den OCC und bezeichnete die Genehmigung als „schwerwiegenden Fehler

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