Bank von Italien warnt: Ein Ethereum-Zusammenbruch könnte 800 Milliarden Dollar an Vermögenswerten einfrieren
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Von Hamza Ahmed Profilbild Hamza Ahmed
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Bank von Italien warnt: Ein Ethereum-Zusammenbruch könnte 800 Milliarden Dollar an Vermögenswerten einfrieren

Ein Papier der Bank of Italy warnt: Ein größerer Zusammenbruch von Ethereum könnte das Netzwerk lahmlegen, mehr als 800 Milliarden Dollar an Token-Vermögenswerten einfrieren und systemische Risiken von Kryptowährungen auf das traditionelle Finanzwesen übertragen.

Ein kürzlich veröffentlichtes Forschungspapier der Bank von Italien, verfasst von Claudia Biancotti von der Generaldirektion für Informationstechnologie, enthält eine beispiellose Warnung: Der Zusammenbruch des Preises von Ethereum (ETH) wäre nicht nur ein spekulatives Ereignis, sondern könnte die Fähigkeit der Blockchain zur Regulierung von Transaktionen erschüttern und digitale Vermögenswerte im Wert von über 800 Milliarden Dollar einfrieren.

Der Bericht stellt ein Dogma der Branche in Frage: die Vorstellung, dass regulierte Vermögenswerte wie tokenisierte Aktien und Anleihen von der Volatilität der zugrunde liegenden Kryptowährung abgeschirmt sind. Im Gegenteil, die Untersuchung zeigt, dass die Zuverlässigkeit von "erlaubnisfreien" Netzwerken untrennbar mit dem Marktwert eines ungesicherten Tokens verbunden ist.

Die wirtschaftliche Falle der Validatoren

Im Gegensatz zu traditionellen Finanzsystemen, die von regulierten Einrichtungen betrieben und von Zentralbanken unterstützt werden, stützt sich Ethereum auf ein dezentrales Netzwerk von Validatoren. Diese Betreiber sind rechtlich nicht verpflichtet, dem System zu dienen; sie handeln aus Profitgründen.

Das Problem, so Biancotti, liege in den realen Kosten (Hardware, Energie, Konnektivität), die die Validatoren in Fiat-Währung zahlen, während die Einnahmen in ETH angegeben werden. Wenn der Dollarpreis für ETH "erheblich und anhaltend" fallen würde, würden die Einnahmen der Validierer zunichte gemacht werden.

In einem "Abwärtsspiralen"-Szenario würden rationale Betreiber ihre Maschinen abschalten, was zu einem totalen Netzwerkstillstand führen würde. Ohne Validierer werden die Anlagen "unbeweglich", unabhängig von ihrer Robustheit außerhalb der Kette.

Kürzungen im Sicherheitsbudget

Das Risiko besteht nicht nur in der Blockierung von Zahlungen, sondern auch in der Anfälligkeit für Angriffe. Die Sicherheit von Ethereum hängt von seinem "Wirtschaftsbudget" ab, d.h. von den Kosten, die erforderlich sind, um die Kontrolle über das Netzwerk zu erlangen. Im September 2025 wurde dieses Budget auf 17 Millionen ETH geschätzt, was etwa 71 Milliarden Dollar entspricht.

Sinkt jedoch der Preis für ETH, sinken auch die Kosten für die Korrumpierung des Systems drastisch. Ein böswilliger Nutzer könnte mit minimalem Aufwand die Kontrolle über die Kette übernehmen, und zwar nicht, um ETH zu stehlen (die nun wertlos sind), sondern um die mehr als 800 Milliarden Dollar an Real World Assets (RWA) zu manipulieren, die auf der Plattform gehostet werden.

Ein systemisches Risiko für die reale Finanzwelt

Am Ende des Jahres 2025 beherbergte Ethereum mehr als 1,7 Millionen Vermögenswerte, darunter 140 Milliarden Dollar in den beiden wichtigsten an den Dollar gebundenen Stablecoins. Wenn ein Angreifer die Kontrolle über ein geschwächtes Netzwerk übernimmt, könnte er theoretisch tokenisierte Staats- oder Unternehmensanleihen "doppelt ausgeben".

Dieses Szenario würde den Schock direkt in die Bilanzen der traditionellen Finanzwelt übertragen. Wenn die Emittenten rechtlich verpflichtet wären, die Token zum Nennwert einzulösen, aber die On-Chain-Ledger kompromittiert wären, würde der Schaden Finanzinstitute und Investmentfonds treffen.

Das Fehlen eines „Kreditgebers der letzten Instanz“

Das Papier unterstreicht die Unmöglichkeit einer Flucht in die Sicherheit im Falle einer Krise. Die "Brücken" zwischen den Blockchains sind oft anfällig und für einen Massenexodus nicht skalierbar. Da zudem rund 85 Milliarden Dollar in DeFi-Protokollen gebunden sind, ist es aufgrund der fehlenden zentralen Koordinierung unmöglich, den Handel zu stoppen, um eine Panik zu beruhigen.

Biancotti schließt auch das Eingreifen großer privater Akteure aus und bezeichnet es als "unwahrscheinlich", dass die Börsen den ETH-Preis während einer echten Vertrauenskrise stabilisieren könnten.

Regulierungsvorschläge

Zusammenfassend schlägt die BoI vor, dass die Regulierungsbehörden die Preise von Krypto nicht stützen, sondern den Emittenten Anforderungen an die Geschäftskontinuität auferlegen sollten. Der wichtigste Vorschlag ist, dass die Emittenten eigene Datenbanken außerhalb der Kette unterhalten und eine "Notfallkette" benennen, auf die Vermögenswerte migriert werden können, falls die Ethereum-Schicht ausfällt.

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