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Singapur kollabiert nicht: Strategischer Reset bei Luxus und Krypto
Von Hamza Ahmed Profilbild Hamza Ahmed
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Singapur kollabiert nicht: Strategischer Reset bei Luxus und Krypto

Singapur ist nicht im Niedergang begriffen: Inmitten von knapper Kryptowährung, wachsendem Luxus und ausgewähltem Kapital führt der Stadtstaat einen strategischen Reset durch.

In den letzten Monaten wurden chinesischsprachige soziale Medien mit katastrophalen Beiträgen über die Zukunft Singapurs überschwemmt. Inmitten von Bildern von Weihnachtsdekorationen, die in der Orchard Road als "arm" eingestuft werden, und Gerüchten über die Abwanderung großer Marken aus dem Marina Bay Sands hat sich ein sardonischer Spitzname herausgebildet: "洗钱坡" (Xǐqiánpō), oder "Recycling-Steilhang", ein Wortspiel mit dem Mandarin-Namen der Stadt.

Unter der Oberfläche des viralen Narrativs zeigen die Daten jedoch eine gegenteilige Realität: die einer Nation, die nicht zusammenbricht, sondern einen drastischen und bewussten strategischen "Reset" durchführt.

Der Mythos der Luxusflucht

Entgegen allen Vorhersagen über einen Rückgang prognostizieren die Daten von Euromonitor International, dass der Luxusmarkt in Singapur bis 2025 um 7-9 % wachsen und einen Wert von 13,9 Milliarden Singapur-Dollar erreichen wird. Eine Leistung, die die von Giganten wie China, Japan und Südkorea übertrifft.

Der Vorwurf, dass große Marken das Zentrum verlassen, wird durch die Fakten widerlegt: Im Juli 2025 eröffnete Chanel eine vorübergehende 900 Quadratmeter große Boutique im Marina Bay Sands, um auf die vollständige Renovierung seines Flagship-Stores zu warten, der im Jahr 2027 wieder eröffnet werden soll. Dies ist nicht das Verhalten einer Marke auf dem Rückzug, sondern das eines langfristig orientierten Investors.

Von der Migration 2019 zum „Hausputz”

Um dies zu verstehen, muss Transformation zu verstehen, muss man ins Jahr 2019 zurückgehen, als die Instabilität Hongkongs 23 % der lokalen Unternehmen dazu veranlasste, einen Umzug zu erwägen, wobei neun von zehn Singapur wählten. Seitdem hat sich das in dem Stadtstaat verwaltete Vermögen auf 4 Billionen USD verdoppelt.

Dieser massive Zustrom hat jedoch auch spekulatives Kapital und Risiken der Illegalität mit sich gebracht. Der 'Fujian Gang'-Skandal von 2023, bei dem 2,3 Milliarden USD gewaschen wurden, markierte einen Punkt, an dem es kein Zurück mehr gab. Die Reaktion der Regierung war äußerst pragmatisch: Sie zog Stabilität einem ungezügelten Wachstum vor.

Die Verschärfung der Kryptowährungsvorschriften und die neue Ordnung

Der Kryptowährungssektor, einst ein Leuchtturm für ausufernde chinesische Börsen (wie Binance und Bybit), hat eine regulatorische Metamorphose durchlaufen. Das neue DTSP-Lizenzierungssystem, das am 30. Juni 2025 in Kraft trat, sah keine Übergangsfristen vor und zwang die Unternehmen, unter strengen institutionellen Standards zu arbeiten oder zu gehen.

Während Bitget und Bybit einige Mitarbeiter nach Dubai oder Hongkong verlegt haben, haben sich Giganten wie Coinbase, Crypto.com und Circle dafür entschieden, unter den neuen MPI-Lizenzen zu bleiben. Singapur hat sich dafür entschieden, eine Drehscheibe für regulierte Finanzen zu sein, und nicht ein Freihafen für Spekulationen.

Die Stärke der Einwohner

Die wahre Revolution findet jedoch intern statt. Während die Zulassungen neuer ausländischer Millionäre um 54 % zurückgingen (von 3.500 im Jahr 2024 auf 1.600 im Jahr 2025) und die Steuern auf ausländische Immobilienkäufe (ABSD) auf 60 % anstiegen, hielt sich der inländische Markt wacker.

Singapur hat jetzt 242.400 Millionäre als Einwohner. Das durchschnittliche Haushaltseinkommen ist in fünf aufeinanderfolgenden Jahren gestiegen, und heute entfallen zwei Drittel der Transaktionen mit Spitzenimmobilien auf Einheimische. Die Verringerung des Preisgefälles zwischen dem Zentrum und den Vororten (auf 4-6 %, den niedrigsten Stand seit 2000) deutet auf einen gesünderen Markt hin, der weniger von ausländischen Schwankungen abhängig ist.

Fazit: Umstrukturierung statt Niedergang

Was wir erleben, ist nicht der Untergang Singapurs, sondern seine Entwicklung hin zu einem "De-risking"-Modell. Wie ein Nutzer auf X andeutete, handelt es sich bei dem Phänomen nicht um einen Rückgang des Konsums, sondern um eine Umstrukturierung desselben.

Singapur opfert die Volumina des spekulativen Kapitals und der unregulierten Krypto-Industrie, um eine solidere, transparentere und inländische vermögensbezogene Wirtschaftsbasis aufzubauen. Der Stadtstaat schließt nicht seine Türen: Er wechselt lediglich die Gastgeber und stellt sicher, dass diejenigen, die bleiben, die neuen Hausregeln respektieren.

Von Hamza Ahmed Profilbild Hamza Ahmed
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