Der 24. April 2026 könnte als Wendepunkt in die Geschichte der Kryptowährungen eingehen. An diesem Tag gewann der unabhängige Forscher Giancarlo Lelli 1 Bitcoin — rund 78.000 US-Dollar — indem er nachwies, dass die Kryptografie hinter Krypto-Wallets mit einem öffentlich zugänglichen Quantencomputer angegriffen werden kann. Weder staatliche Labore noch klassifizierte Chips sind dafür notwendig — Cloud-Hardware genügt.
Der Q-Day Prize: Was steckt dahinter und wer hat gewonnen?
Project Eleven, ein auf Post-Quantum-Sicherheit spezialisiertes Startup, hatte den Q-Day Prize mit einer klaren Aufgabe ausgelobt: eine Elliptic-Curve-Cryptography-Schlüssel (ECC) mit echter Quantenhardware zu brechen — Deadline war der 5. April 2026. Lelli reichte seine Lösung einige Wochen nach Ablauf der Frist ein, überzeugte die Jury aber dennoch: Er verwendete eine Variante des Shor-Algorithmus auf cloud-basierter Quantenhardware, um den privaten Schlüssel aus einem 15-Bit-ECC-Public-Key abzuleiten.
Der bisherige Rekord lag bei 6 Bit, aufgestellt von Steve Tippeconnic im September 2025 auf einem IBM-Quantencomputer mit 133 Qubits. Lellis Ergebnis ist 512-mal größer als dieser Vorgänger.
"Die Ressourcenanforderungen für diese Art von Angriff sinken kontinuierlich — und mit ihnen die praktische Hürde für die Ausführung. Die Gewinner-Einreichung kam von einem unabhängigen Forscher auf Cloud-Hardware. Kein Labor, kein privater Chip."
🚨 Google has sounded the quantum alarm 🚨
— Project Eleven (@projecteleven) March 31, 2026
Today, they released groundbreaking progress towards breaking crypto using a quantum computer.
TLDR - Existing cryptography is dead. Mempool attacks are real. We must migrate to post-quantum now.
Thread 🧵 pic.twitter.com/PQoS72kJfp
Wie weit sind wir vom echten Risiko entfernt?
Bitcoin verwendet 256-Bit-Schlüssel. Lelli hat einen 15-Bit-Schlüssel gebrochen. Die Lücke ist noch enorm — kein Wallet ist heute in Gefahr. Was Sicherheitsexperten jedoch beunruhigt, ist die Geschwindigkeit, mit der diese Lücke schrumpft. Innerhalb von nur sieben Monaten:
- Wuchs die praktische Demonstration von 6 auf 15 Bit (×512)
- Schätzte das Google-Paper vom April 2026 weniger als 500.000 physische Qubits, um einen 256-Bit-Schlüssel zu brechen
- Senkten Caltech und Oratomic diese Schätzung auf rund 10.000 Qubits in Neutral-Atom-Architekturen
Project Eleven formulierte es im offiziellen Statement so: „Die Distanz von 15 zu 256 Bit ist groß, wird aber zunehmend als Ingenieursproblem betrachtet — nicht als fundamentales Physikproblem.
