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Der Schatten der Krypto-Sanktionen: Wie der Iran und Russland die digitale Kriminalität anheizen
Von Hamza Ahmed Profilbild Hamza Ahmed
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Der Schatten der Krypto-Sanktionen: Wie der Iran und Russland die digitale Kriminalität anheizen

Illegale Kryptotransaktionen erreichen 2025 ein Rekordniveau. Laut Chainalysis treiben sanktionierte Staaten und kriminelle Netzwerke die Eskalation voran.

Die globale Kryptowährungslandschaft steht vor einer noch nie dagewesenen Integritätskrise. Laut dem neuesten Bericht, der am Donnerstag von der Blockchain-Analysefirma Chainalysis veröffentlicht wurde, markierte das Jahr 2025 einen beunruhigenden und historischen Rekord: Kryptowährungstransaktionen, die mit illegalen Aktivitäten in Verbindung stehen, stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 162 % und erreichten die astronomische Zahl von mindestens 154 Milliarden US-Dollar.

2026 Crypto Crime Report Introduction - Chainalysis
Die Professionalisierung der Kryptokriminalität hat sich beschleunigt, mit spezialisierten Netzwerken, die Geldwäsche als Dienstleistung anbieten, um On- und Off-Chain-Verbrechen zu erleichtern.

Dieser Anstieg ist nicht nur das Ergebnis einzelner Hackerangriffe, sondern spiegelt eine systematische Strategie souveräner Staaten und organisierter krimineller Netzwerke zur Umgehung internationaler Beschränkungen wider.

Iran und die Finanzierung des Terrors

Im Zentrum dieses illegalen Ökosystems steht der Iran. Das Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) hat über 2 Milliarden Dollar in Kryptowährungen verschoben, um Wirtschaftssanktionen zu umgehen und Operationen der Cyberkriminalität zu finanzieren. Experten warnen jedoch, dass diese Zahl wahrscheinlich unterschätzt wird, da sie ausschließlich auf den von den USA verhängten restriktiven Ausweisungen beruht.

Tehran nutzt digitale Vermögenswerte nicht nur zur Verteidigung seiner Wirtschaft. Der Bericht hebt hervor, wie paramilitärische Gruppen und als terroristisch eingestufte Organisationen - darunter die Hisbollah, die Hamas und die Houthis - verstärkt auf digitale Vermögenswerte zurückgreifen, um Gelder zu transferieren und zu monetarisieren, wodurch ein paralleles und schwer aufzuspürendes Finanznetzwerk entsteht, das die Instabilität in Westasien anheizt.

Der Fall Russland: Der A7A5-Token und groß angelegte Steuerhinterziehung

Wenn der Iran ein Hauptakteur ist, wurde Russland 2025 als Haupttreiber des illegalen On-Chain-Transaktionsvolumens bestätigt. Der entscheidende Schub kam durch die Einführung des A7A5, eines Rubel-verankerten Tokens, den Moskau zur Umgehung globaler Sanktionen nutzte. Die Transaktionen im Zusammenhang mit diesem neuen russischen Stablecoin überstiegen 93 Milliarden Dollar, ein Volumen, das allein den fast siebenfachen Anstieg der Krypto-Aktivitäten unter den sanktionierten Einrichtungen rechtfertigt.

Gleichzeitig stellt Nordkorea weiterhin eine anhaltende Bedrohung dar. Hacker, die mit dem Regime in Pjöngjang in Verbindung stehen, erlebten ihr bisher "profitabelstes" und raffiniertestes Jahr, in dem sie etwa 2 Milliarden Dollar gestohlen haben. Die Geldwäschetechniken der DVRK haben sich weiterentwickelt, so dass es für die Behörden immer schwieriger wird, die aus dezentralen Ökosystemen gestohlenen Gelder wiederzuerlangen.

Der Aufstieg chinesischer Geldwäschenetzwerke

Eine weitere kritische Dimension, die sich 2025 herauskristallisierte, betrifft die Rolle Chinas. Chinesische Geldwäschenetzwerke (CMLNs) sind zu einer dominanten Kraft geworden, die aus der Kettenkriminalität eine vollwertige professionelle Industrie gemacht hat. Nach Betriebsmodellen wie dem von Huione Guarantee bieten diese Netzwerke nun "Laundering-as-a-Service"-Dienstleistungen an.

Diese Organisationen waschen nicht nur Geld, sondern stellen auch die notwendige Infrastruktur für Betrug, Schwindel, Terrorismusfinanzierung und logistische Unterstützung für die Erlöse der nordkoreanischen Hacker bereit. Ihre Fähigkeit, ihre Operationen zu diversifizieren, hat dazu geführt, dass die Grenze zwischen Finanzkriminalität und staatlicher Unterstützung zunehmend verschwimmt.

Vom Bildschirm auf die Straße: Die Verbindung zu physischer Gewalt

Der vielleicht alarmierendste Aspekt des Chainalysis-Berichts betrifft die wachsende Korrelation zwischen digitalen Vermögenswerten und physischer Gewalt. Dabei geht es nicht mehr nur um "Wirtschaftskriminalität" oder Cyberkriminalität. Die Daten zeigen eine direkte Verbindung zwischen Kryptowährungsströmen und Menschenhandel sowie Angriffen, bei denen physischer Zwang ausgeübt wird, um Zugang zu den Geldbörsen der Opfer zu erhalten.

Physische Angriffe auf Bitcoin-Inhaber nahmen 2025 um 33 % zu, während gewalttätige Raubüberfälle und Entführungen im Zusammenhang mit Kryptowährungen um 169 % anstiegen. Die meisten so genannten "Spanner-Angriffe" beginnen mit der öffentlichen Enthüllung des Wallets. Die Angreifer müssen die Wallets nicht hacken, sie müssen nur die Person finden. Deshalb ist der Schutz der Privatsphäre von größter Bedeutung, erläuterte Crypto Tea am X.

Trotz dieser alarmierenden Zahlen weist Chainalysis darauf hin, dass illegale Transaktionen immer noch einen kleinen Teil der gesamten Kryptoaktivitäten ausmachen. Die Dringlichkeit, die Sicherheit und Integrität des Ökosystems zu schützen, hat jedoch ein nie dagewesenes Ausmaß erreicht. Ohne strengere internationale Zusammenarbeit und fortschrittliche Überwachungsinstrumente besteht die Gefahr, dass der Kryptowährungsmarkt zum ultimativen Zufluchtsort für sanktionierte Regime und globale kriminelle Organisationen wird.

Von Hamza Ahmed Profilbild Hamza Ahmed
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