In einigen internationalen Ländern, ob bekannt oder nicht, ist es bereits möglich, zumindest einen Teil seines Gehalts in Stablecoins zu erhalten. Diese Lösung ist nicht für jeden attraktiv, aber in digitalen Kontexten oder in Sektoren, in denen es viele Freiberufler gibt, ist sie sehr beliebt.
Das italienische Recht verbietet diese Form nicht und erlaubt es, das Gehalt in dieser Form zu erhalten, aber die Verwaltung der Steuern und der Sozialversicherung bleibt ziemlich komplex.
Das Gehalt in Stablecoin ist keine Provokation, sondern eine konkrete Möglichkeit
Die Idee, dass Gehälter in Form von Stablecoin statt per Banküberweisung eingehen könnten, ist mehr als eine Provokation in einem Kryptoforum oder eine Hoffnung für Enthusiasten. Das Thema ist so konkret, dass es im Ausland bereits Gegenstand von Diskussionen unter Juristen ist. Mehrere Unternehmen, vor allem in Asien und den USA, haben bereits damit begonnen, ihre Angestellten oder Mitarbeiter auf diese Weise zu entlohnen.
Nach der Blockchain Compensation Survey 2024, die von der Investmentgesellschaft Pantera Capital durchgeführt und im vergangenen Sommer veröffentlicht wurde,
ist der Anteil der Berufstätigen, die zumindest einen Teil ihres Gehalts in Kryptowährungen erhalten, von 3 % im Jahr 2023, als es nur wenige Pioniere gab, auf 9,6 % im Jahr 2024 gestiegen.
Zu den am weitesten verbreiteten digitalen Währungen gehört der UsdC, ein Stablecoin, der an den US-Dollar gekoppelt ist und einen möglichst stabilen Wert haben soll.
Einige Plattformen wie Bitwage erlauben es Freiberuflern und internationalen Teams schon seit langem, ihre Vergütung in Stablecoins zu erhalten, und bieten denjenigen, die bezahlt wurden, die Möglichkeit, sie sofort in Euro oder Dollar umzuwandeln, wenn sie sie nicht in ihrer Geldbörse behalten wollen. Diese Praxis hat sich in digitalen und internationalen Kontexten gut etabliert, weniger jedoch in Unternehmen mit einer traditionelleren Hierarchie. Obwohl auf bestimmte Segmente beschränkt, wirft dieses Phänomen auch für den italienischen Markt einige relevante Fragen auf.
Kann die digitale Währung in die Arbeitswelt eintreten? Das Bürgerliche Gesetzbuch verbietet es nicht
Das Bürgerliche Gesetzbuch verbietet nicht die Möglichkeit, eine andere Zahlungsform als das gesetzliche Zahlungsmittel zu vereinbaren.
Diese Antwort gab der Arbeitsrechtler Luca De Menech, Partner bei Dentons Milano, dem Corriere, der ihn um eine Stellungnahme zu diesem Thema bat.
Die Artikel 1277 und 1278 erlauben es den Parteien, problemlos von der Zahlung in offizieller Währung abzuweichen, sofern die Zustimmung des Arbeitnehmers ausdrücklich vorliegt. Die Zahlung in Stablecoin ist also technisch zulässig. Aber warum sollte ein Unternehmen dies tun?
Die Vorteile eines Lohns in Stablecoin...
Stablecoin-Transaktionen sind schnell, sagen wir sofort, und werden nicht von Bankzeiten oder Feiertagen beeinflusst. Provisionen für internationale Zahlungen können zur Freude von Unternehmen, die Mitarbeiter in mehreren Ländern beschäftigen, drastisch gesenkt werden, und die Integration in Systeme, die auf Smart Contracts basieren, bietet eine Flexibilität, die herkömmliche Währungen nicht bieten. Automatische Boni; planmäßige Zahlungen; sofortige Aufteilung auf mehrere Wallets; Vereinfachung von Verwaltungsprozessen... Angesichts dieser Möglichkeiten ist das Interesse an Gehaltsgutschriften in digitaler Währung nach wie vor groß.
Internationale Anbieter von Gehaltsabrechnungen bauen ihre Stablecoin-Optionen aus, und einige Unternehmen, vor allem in der Tech-Branche, erwägen sie bereits als experimentellen Bestandteil ihres Vergütungspakets.
... und seine Nachteile
Auf der anderen Seite hat das Modell aber auch einige Schwächen. Die erste ist regulatorischer Natur.
Die italienischen Steuer- und Abgabenvorschriften sind überhaupt nicht auf Vergütungen in digitalen Vermögenswerten ausgelegt.
Um keine Fehler zu begehen, die das Finanzamt sanktionieren könnte, sind Umsicht, Interpretation und kompetente Vermittler unabdingbar, und nicht jeder Arbeitnehmer hat diese zur Verfügung.
Die technische Verwaltung ist zudem alles andere als trivial. Geldbörsen, private Schlüssel und Verwahrungsverfahren stellen hohe Anforderungen an die Sicherheit. Manche Unternehmen wollen sich mit diesen Elementen nicht befassen, da sie sie als teure und komplexe Investitionen betrachten. Auch die Arbeitnehmer selbst kennen das Instrument möglicherweise nicht ausreichend und sind verärgert, wenn sie nach der Bezahlung die Umrechnung in Euro oder eine andere Währung vornehmen müssen.
