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HSBC und Anchorpoint: erste Stablecoin-Lizenzen in Hongkong

Am 10. April 2026 vergab die HKMA erste Stablecoin-Lizenzen an HSBC und Anchorpoint. Eddie Yue, Maggie Ng und Bill Winters prägten den historischen Schritt.

Aktualisiert 25 Aug. 2026 2 min read Wie wir arbeiten

Am 10. April 2026 schrieb Hongkong ein neues Kapitel in der Geschichte der digitalen Finanzwelt. Die HKMA, die Hong Kong Monetary Authority, vergab die ersten beiden Lizenzen für die Ausgabe von an den Hongkong-Dollar gekoppelten Stablecoins. Die Begünstigten: HSBC und Anchorpoint Financial, ein Joint Venture von Standard Chartered, Animoca Brands und Hong Kong Telecommunications (HKT). Nach monatelangem Warten und 36 geprüften Anträgen erhielten nur zwei den Zuschlag. Das ist kein Zufall.

Eine symbolische Entscheidung, nicht nur eine regulatorische

HSBC und Standard Chartered gehören bereits zu den nur drei Banken, die physische Hongkong-Dollar-Banknoten drucken dürfen, ein Privileg, das bis ins Jahr 1846 zurückreicht. Die HKMA hat damit die digitale Währung im Grunde denselben Akteuren anvertraut, die seit fast zwei Jahrhunderten das physische Geld verwalten. Das ist ein Akt institutioneller Kontinuität, wie man ihn in der Kryptobranche selten sieht.

Eddie Yue, CEO der HKMA, bezeichnete die Vergabe der Lizenzen als „einen wichtigen Meilenstein für die Entwicklung digitaler Vermögenswerte in Hongkong" und äußerte die Hoffnung, dass regulierte Stablecoins konkrete Probleme im alltäglichen Zahlungsverkehr und im Handel lösen könnten. Die beiden Lizenzen sind seit dem Tag der Ankündigung aktiv, mit den Codes FRS01 (Anchorpoint) und FRS02 (HSBC).

Wie die HKD-Stablecoins funktionieren werden

HSBC wird seine Stablecoin in der zweiten Jahreshälfte 2026 einführen und in die PayMe-App sowie ins Mobile Banking integrieren. Maggie Ng, CEO von HSBC Hong Kong, stellte klar, dass jeder Token „vollständig durch liquide Vermögenswerte auf getrennten Konten gedeckt" sei und auf P2P-Zahlungen sowie Einkäufe bei Händlern abziele. Keine aktive Rendite, dafür sofortige Abwicklungsgeschwindigkeit.

Anchorpoint setzt auf ein B2B2C-Modell: Das Unternehmen tritt nicht direkt mit Privatkunden in Kontakt, sondern arbeitet mit ausgewählten Vertriebspartnern zusammen. Der Token trägt den Namen HKDAP (HKD At Par) und startet bereits im zweiten Quartal 2026. Bill Winters, Group CEO von Standard Chartered, sprach von einer „neuen Ära für die Abwicklung des internationalen digitalen Handels."

Der globale Kontext: zwischen GENIUS Act und MiCA

Dieser Schritt entsteht nicht im luftleeren Raum. In den USA wird der operative Rahmen des GENIUS Act für Stablecoins frühestens im November 2026 fertiggestellt. In Europa drängen Italien und Deutschland bereits auf einen Kill Switch für ausländische Stablecoins, die außerhalb des MiCA-Rahmens ausgegeben werden. Hongkong ist allen anderen voraus: zwei Lizenzen bei 36 Anträgen, absolute Strenge, keine Improvisation.

Im Hintergrund hat auch Circle CPN Managed Payments gestartet, um USDC in Banken zu bringen, ohne dass diese direkt mit Kryptowährungen in Berührung kommen. Die Branche ordnet sich gerade auf mehreren Ebenen gleichzeitig neu.

Was sich wirklich ändert

Bei einem globalen Stablecoin-Markt von bereits über 310 Mrd. US-Dollar und Citi-Prognosen von 1,9 bis 4 Billionen US-Dollar für die kommenden Jahre ist das Timing Hongkongs alles andere als Zufall. Eine Bank-Stablecoin, vollständig KYC-konform und mit transparenten Reserven, bietet ein anderes Wertversprechen als USDT und USDC: institutionelle Glaubwürdigkeit auf der Blockchain, nicht nur Übertragungsgeschwindigkeit.

Der Vergleich mit den großen, vom US-Dollar dominierten Emittenten ist eröffnet. Und die Partie ist noch lange nicht entschieden.

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