Bitcoin: Bitfinex Whales Rückzug vor Rally?
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Von Hamza Ahmed Profilbild Hamza Ahmed
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Bitcoin: Bitfinex Whales Rückzug vor Rally?

Whales auf Bitfinex beginnen, Longpositionen zu schließen, während die ETF-Ströme volatil bleiben. Ist dies ein gesunder Reset oder der Beginn einer tieferen Korrektur für Bitcoin?

In der Welt des Bitcoin wird oft gesagt, dass jeder Anleger einen Chart hat, der "immer funktioniert" und eine Narbe vom letzten Mal, als dieser Chart versagte, übrig hat.

In dieser Woche liegt der Fokus auf dem Bitfinex-Long-Margin-Chart, der eine Veränderung in der recht vertrauten technischen "Körpersprache" zeigt. Nach dem Erreichen neuer Höchststände beginnt sich die Long-Kontrakt-Linie zu biegen: ein subtiler Rollover, den viele als Auftakt zu einer neuen Marktphase deuten.

Das "Whale-Signal": Was passiert auf Bitfinex

Bitfinex ist historisch gesehen als der Marktplatz bekannt, auf dem die größten und "stursten" Trader agieren. Long-Positionen auf dieser Plattform werden oft als Indikator für die Überzeugung des großen Geldes angesehen. In jüngster Zeit haben die Margin-Long-Positionen 72.700 BTC erreicht, ein Niveau, das an die Höchststände im Zyklus 2024 erinnert.

Ein Rückgang dieses Parameters ist jedoch nicht unbedingt ein ominöses Zeichen. Wenn fremdfinanzierte Positionen allmählich abgebaut werden, nimmt die Anfälligkeit des Marktes ab: Es gibt weniger "Treibstoff" für potenzielle Liquidationskaskaden. Wenn dieser Abbau von Risiken in geordneter Weise erfolgt, könnten die Preise eher auf die tatsächliche Nachfrage als auf erzwungene Schließungen reagieren.

Bitfinex-Wale haben begonnen, ihre Long-Positionen zu schließen, hat berichtet Crypto Rover auf X.

Der wahre Treiber: ETF-Ströme und Liquidität Anfang 2026

Obwohl Bitfinex eine faszinierende Darstellung bietet, ist der eigentliche "Herzschlag" des aktuellen Marktes die Ströme der Spot-ETFs in den USA. Daten von Farside Investors zeigen eine extreme Volatilität in diesen frühen 2026er Jahren:

  • 2. Januar 2026: Ein positiver Nettozufluss von etwa +$471 Millionen.
  • 5. bis 7. Januar 2026: Ein scharfer Umschwung mit Abflüssen von etwa -$1,1 Milliarden.

Dieser Zwiespalt lässt darauf schließen, dass die institutionelle Stimmung extrem reaktiv ist. Selbst Giganten wie der IBIT von BlackRock verzeichneten Rekordabflüsse (über 500 Mio. USD im November), was bestätigt, dass der Markt inzwischen eng mit der Risikodynamik der traditionellen Finanzwelt verbunden ist.

Der Makrokontext: Finanzielle Bedingungen und die Federal Reserve

Um zu verstehen, ob Bitcoin in den nächsten sechs Monaten laufen kann, muss man einen Blick über Kryptowährungen hinaus werfen. Der NFCI-Index (National Financial Conditions Index) der Chicagoer Fed wies am 2. Januar 2026 einen Wert von -0,5536 auf. Ein negativer Wert deutet auf überdurchschnittlich lockere finanzielle Bedingungen hin, was in der Regel Risikoanlagen begünstigt.

Doch die Zinserwartungen bleiben die wichtigste Handbremse. Die Überwachung über das FedWatch-Tool ist unerlässlich geworden: Jede Information über Inflation oder Beschäftigung verändert die Wahrscheinlichkeit von Zinssenkungen, was sich direkt auf den Appetit der Anleger auf Bitcoin auswirkt.

Drei Szenarien für die nächsten sechs Wochen

Die kurzfristige Zukunft scheint vom Zusammenspiel zwischen der Bitfinex-Abwicklung und der ETF-Nachfrage abzuhängen:

  1. Der gesunde Reset: Die Longs auf Bitfinex fallen weiter ohne Panik, während die ETFs wieder ins Plus drehen. Bitcoin könnte stetig um 10-15 % steigen.
  2. Der Short Squeeze: Die Hebelwirkung nimmt ab, die Fragilität verschwindet und positive Makronachrichten lösen eine Kaufwelle aus. Dies ist das Szenario, das zu den in den sozialen Medien so viel zitierten 30-35%-Rallys führen würde.
  3. Das bestätigende Risk-Off: Der Rückgang der Longs auf Bitfinex fällt mit starken Abflüssen aus ETFs und einer Verschärfung der makroökonomischen Bedingungen zusammen. In diesem Fall wäre der Rollover kein Reset, sondern der Beginn einer tieferen Korrektur.

Prognosen großer Analysten: Sind 150.000 Dollar noch möglich?

Trotz der Unsicherheit halten die großen Institute an ihren ehrgeizigen Zielen fest, wenn auch mit mehr Vorsicht. Standard Chartered revidierte kürzlich sein Ziel für Ende 2026 auf 150.000 $ (von zuvor 300.000 $) und knüpft den Erfolg des Zyklus fast ausschließlich an Käufe über ETF.

Im Gegensatz dazu hält Bernstein an einer Prognose von 150.000 $ für 2026 fest und strebt dank des "Tokenization"-Asset-Narrativs einen Höchststand von 200.000 $ im Jahr 2027 an.

Im Endeffekt sagt uns der Bitfinex-Chart, dass der Druck den Raum verlässt. Ob dieser Raum mit neuem institutionellen Kapital gefüllt wird oder leer bleibt, werden wir nur durch die tägliche Beobachtung der ETF-Flussdiagramme herausfinden.

Von Hamza Ahmed Profilbild Hamza Ahmed
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