Sammelklage gegen JPMorgan wegen 328 Millionen Dollar Krypto-Ponzi
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Von Hamza Ahmed Profilbild Hamza Ahmed
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Sammelklage gegen JPMorgan wegen 328 Millionen Dollar Krypto-Ponzi

In einer bundesweiten Sammelklage wird JPMorgan beschuldigt, das 328-Millionen-Dollar-Krypto-Ponzi-System im Zusammenhang mit Goliath Ventures und CEO Christopher Alexander Delgado unterstützt zu haben.

Eine bundesweite Sammelklage erschüttert die Welt der Banken und Kryptowährungen. Investoren beschuldigen JPMorgan Chase, eine zentrale Rolle bei der Erleichterung des kolossalen 328-Millionen-Dollar-Ponzi-Schemas gespielt zu haben, das von dem in Florida ansässigen Unternehmen Ath Ventures orchestriert wurde, und mehr als 253 Millionen Dollar an verdächtigen Transaktionen ohne Aktivierung angemessener Kontrollen verarbeitet zu haben.

Die Sammelklage mit dem Titel  Steele v. JPMorgan Chase Bank, N.A. (Case No. 3:26-cv-02067) wurde am 10. März 2026 beim Bundesgericht im Northern District of California eingereicht. Die Klage kommt nur wenige Wochen nach der Verhaftung des CEO von Goliath Ventures, Christopher Alexander Delgado, am 24. Februar 2026 wegen schwerer Vorwürfe des Drahtbetrugs und der Geldwäscherei.

Das Kartenschloss der Kryptowährungen

Goliath Ventures, früher bekannt als Gen-Z Venture Firm, hatte zwischen 2023 und 2026 über 2.000 Investoren mit einem ebenso einfachen wie falschen Versprechen angelockt: Es garantierte monatliche Renditen von rund 4 % (was astronomischen 48 % pro Jahr entspricht). Das Unternehmen behauptete, diese Gewinne durch Transaktionen mit Liquiditätspools von Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH) und USD Coin (USDC) zu erwirtschaften, die in Wirklichkeit keinen echten Gewinn abwarfen. Der Mechanismus war ein klassisches Schneeballsystem: Gelder von neuen Anlegern wurden verwendet, um angebliche "Renditen" an alte Anleger zu zahlen, in einem Strudel, der zum Zusammenbruch bestimmt war.

Die entscheidende Rolle von JPMorgan

Der Knackpunkt der Klage liegt in den gegen die Bank erhobenen Vorwürfen. Nach Angaben des Justizministeriums (DOJ) waren die Konten von Goliath bei JPMorgan die zentrale Infrastruktur des Systems, das seit mehr als zwei Jahren in Betrieb war, ohne dass es übernommen wurde. Die Zivilklage der Anleger fügt ein wichtiges Beweisstück hinzu: Die Bank soll rund 253 Millionen Dollar an Überweisungen im Umlaufverfahren abgewickelt haben, die nach Ansicht von Experten keinen legitimen Geschäftszweck hatten. Die Gelder der Anleger, die häufig aus Pensionsfonds stammten, wurden von JPMorgan-Konten zu Wallets auf Börsen wie Coinbase umgeleitet und dann zur Finanzierung von Zahlungen an frühe Anleger verwendet.

Ein falsches Sicherheitsgefühl

"Anleger, die ihre Altersvorsorgegelder auf JPMorgan-Konten von Goliath überwiesen, glaubten, dass die KYC-Protokolle (Know Your Customer) und AML-Verfahren (Anti-Money Laundering) der Bank einen gewissen Schutz boten", heißt es in der Sammelklageschrift. Mit der Klage soll nun geklärt werden, ob Banken für die Nichteinhaltung dieser Vorschriften zivilrechtlich haftbar gemacht werden können, wenn über ihre Konten ein Betrug dieses Ausmaßes begangen wird.

Der Riss und der gescheiterte Kandidat

Das Kartenhaus brach zusammen, als das Geld ausging. Christopher Alexander Delgado wurde verhaftet und muss nun mit bis zu 30 Jahren Gefängnis rechnen, wenn er für schuldig befunden wird. Die Chancen der Opfer auf Wiedergutmachung scheinen minimal: Die vom gerichtlich bestellten Insolvenzverwalter beschlagnahmten Vermögenswerte zeugen von ungezügeltem Luxus, der mit den Geldern der Anleger bezahlt wurde. Das Geld wurde für den Kauf von Luxusimmobilien, exotischen Autos und Reisen in Privatjets vergeudet, so dass den Anlegern nur Brosamen und eine Handvoll Geld blieben.

Der allgemeine Rahmen und die nächsten Schritte

Dieser Fall ist Teil eines besorgniserregenden Trends: Groß angelegter Krypto-Betrug wird zunehmend über große US-Banken abgewickelt, bevor er die Börsen erreicht, wodurch die Verpflichtungen der Kreditgeber zur Bekämpfung von Geldwäsche unter die Lupe genommen werden.

Neben der Klage gegen JPMorgan sind auch gezielte Klagen gegen Goliaths ehemalige Anwaltskanzlei Alston & Bird im Gange. Diese 360-Grad-Rechtsstrategie signalisiert die klare Bereitschaft der betrogenen Anleger und ihrer Anwälte, den Kreis der Verantwortung zu erweitern und nicht nur die direkten Täter des Betrugs zur Rechenschaft zu ziehen, sondern auch alle so genannten "professionellen Vermittler", die durch ihre Fahrlässigkeit das System über Jahre hinweg bestehen ließen.

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