Anfang dieser Woche belastete ein heftiger Wintersturm, der die USA heimsuchte, die Energieinfrastruktur und zwang die Bitcoin-Miner zu einer massiven "Einschränkung".
Die Daten sprechen für sich: Zwischen dem 23. und 25. Januar erlebte das Netzwerk einen 40-prozentigen Einbruch der Hashrate, wobei etwa 455 EH/s in einem sehr kurzen Zeitfenster offline gingen.

Den deutlichsten Hinweis auf die Freiwilligkeit dieses Rückgangs lieferte Foundry USA, der weltweit größte Mining-Pool mit einer starken Konzentration in den USA, der den stärksten Rückgang zu verzeichnen hatte. Diese Verlangsamung führte dazu, dass die Blockproduktion im Durchschnitt etwa 12 Minuten dauerte und damit weit über die vom Protokoll vorgeschriebenen 10 Minuten hinausging.
Kürzung 101: Bergleute als flexible Last
Warum können so viele Miner sofort abschalten? Die Antwort liegt in der Tatsache, dass der moderne Bergbau nicht mehr als "anfällige Infrastruktur", sondern als flexible Last angesehen wird. In Texas hat der Netzbetreiber ERCOT spezielle Mechanismen für "flexible Großkunden" geschaffen und die Bitcoin-Miner als ideales Beispiel genannt. In der Praxis wirkt das Mining wie ein Ventil: Wenn die Energie knapp oder zu teuer ist, schalten die Miner ab und geben so Megawatt für die Beheizung von Häusern frei.
Diese Entscheidung hat vor allem drei Gründe:
- Reine Ökonomie: Wenn die Strompreise aufgrund der Nachfrage in die Höhe schießen, ist es rentabler, die Maschinen abzuschalten, als mit Verlust weiter zu schürfen.
- Vertragliche Verpflichtungen: Viele Unternehmen unterzeichnen Demand-Response-Vereinbarungen. So hat Riot Platforms in seiner Aktualisierung vom November 2025 1 Mio. $ an Kürzungsgutschriften und 1,3 Mio. $ an Gutschriften für die Nachfragebefriedigung gemeldet. Iris Energy meldete außerdem 2,3 Mio. $ an Einnahmen aus Energieverkäufen im Jahr 2023 aufgrund ähnlicher Strategien.
- Betriebsnotwendigkeiten: In Texas ist die Bereitschaft zur Betriebsunterbrechung jetzt eine notwendige Bedingung für neue industrielle Netzanschlüsse.

Die „Sturmsteuer“: Sicherheit und Transaktionsfluss
Ein Einbruch der Hashrate wirft oft Sicherheitsbedenken auf. Es stimmt zwar, dass weniger Rechenleistung die theoretischen Kosten eines Angriffs reduziert, aber die Struktur von Bitcoin ist so konzipiert, dass sie regionalen Schocks standhält.
Das Hauptproblem ist operativ: die Sturmsteuer. Da Bitcoin die Schwierigkeit alle 2.016 Blöcke (etwa zwei Wochen) anpasst, führt ein plötzlicher Rückgang nicht zu einer sofortigen Anpassung. Das Ergebnis ist eine langsamere Blockproduktion, die zu späten Bestätigungen und einer Anhäufung von Transaktionen im Mempool führt. Dies ist jedoch eine vorübergehende Situation: Der interne Rekalibrierungsmechanismus wird die Kadenz auf 10 Minuten zurücksetzen, sobald die nächste Anpassung erfolgt.
Fazit: Ein neues Geschäftsmodell
Was wir beobachten, ist die Entwicklung des Miners von einem einfachen "Rechenzentrum" zu einer Mischung aus Rechenzentrum und Energiehändler. Der Sturm dieser Woche zeigt, dass die Anreize aufeinander abgestimmt sind: Die Abschaltung ist kein Akt der Nächstenliebe, sondern eine rationale Reaktion auf einen Markt, der in Krisenzeiten ein Megawatt mehr wert ist als ein Terahash.

