Telegrams unsichtbares Imperium: Wie chinesische Netzwerke 16 Milliarden in Kryptowährung waschen
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Von Hamza Ahmed Profilbild Hamza Ahmed
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Telegrams unsichtbares Imperium: Wie chinesische Netzwerke 16 Milliarden in Kryptowährung waschen

Chinesische Netzwerke (CMLN) auf Telegram dominieren das Krypto-Recycling mit 16,1 Milliarden Dollar im Jahr 2025. Analyse der Risiken und kriminellen Taktiken aus dem Bericht Chainalysis 2026.

Nach dem Crypto Crime Report 2026 von Chainalysis, der am 27. Januar veröffentlicht wurde, sind chinesischsprachige Geldwäschenetzwerke (CMLNs) zur dominierenden Infrastruktur für die Bewegung illegaler, auf Kryptowährung basierender Gelder geworden.

Diese Systeme, die vor allem über die Messaging-Plattform Telegram operieren, haben die grenzüberschreitende Kriminalität stark verändert und allein im Jahr 2025 unglaubliche 16,1 Milliarden Dollar abgewickelt.

Ein Ökosystem im Wert von 44 Millionen Dollar pro Tag

Die Daten offenbaren eine beispiellose Operation: CMLNs wickeln rund 20 % aller bekannten Kryptowährungswäschetätigkeiten weltweit ab. Mit durchschnittlich 44 Millionen Dollar pro Tag, die über mehr als 1.799 aktive Wallets verteilt werden, hat das Wachstum dieser Netzwerke jede andere Branchenkennzahl übertroffen.

Analytics of on-chain illicit laundering ecosystem: Source Chainalysis

Seit 2020 sind die Ströme zu CMLNs 7.325-mal schneller als bei zentralen Börsen und 1.810-mal schneller als bei dezentraler Finanzierung (DeFi).

Die sechs Spezialisierungen des Verbrechens

Die On-Chain-Analyse hat sechs verschiedene Arten von Dienstleistungen identifiziert, die dieses kriminelle Ökosystem ausmachen:

  1. Laufende Punkte-Broker: Sie rekrutieren Personen, die ihre Bankkonten oder Depotadressen "mieten", um betrügerische Gelder zu erhalten.
  2. Geldkuriere: Sie verwalten die Schichtungsphase (layering) und verschleiern die Herkunft der Gelder. Einige Betreiber haben sich bis nach Afrika ausgebreitet.
  3. Informelle OTC-Dienste: Sie werben mit "sauberen Geldern" ohne KYC-Verfahren (Know Your Customer), unterhalten aber enge Verbindungen zu illegalen Plattformen.
  4. "Black U"-Dienste: Sie sind auf durch Hacking und Betrug "verdorbene" Stablecoins spezialisiert, die mit 10-20 % Rabatt verkauft werden. In nur 236 Tagen erreichten sie Zuflüsse in Höhe von 1 Milliarde Dollar.
  5. Glücksspiel-Dienste: Sie werden genutzt, um große Mengen an Bargeld durch häufige Transaktionen zu waschen, oft mit manipulierten Ergebnissen.
  6. Fund Movement Services: Sie bieten Misch- und Tauschmöglichkeiten und werden aktiv von Akteuren in Südostasien und Nordkorea genutzt.

Smurfing-Techniken und Ausführungsgeschwindigkeit

Das Verhalten von CMLNs folgt den klassischen Schritten der traditionellen Geldwäsche (Platzierung, Schichtung und Integration), jedoch mit einer digitalen Geschwindigkeit. Die Black-U-Dienste nutzen beispielsweise eine aggressive Strukturierung: Transaktionen unter 100 USD haben in der Übergangsphase zwischen Eingang und Ausgang um 467 % zugenommen. Die Geschwindigkeit ist beeindruckend: Im letzten Quartal 2025 betrug die durchschnittliche Clearingzeit für sehr große Transaktionen nur 1,6 Minuten.

Zuflüsse zu chinesischen Akteuren: Quelle Chainalysis

Die Rolle der Garantieplattformen

Im Zentrum dieses Universums stehen Garantieplattformen wie Huione und Xinbi, die als Marktplatz und Treuhandinfrastruktur fungieren. Obwohl Telegram einige mit Huione verknüpfte Konten gelöscht hat, haben sich die Verkäufer als äußerst widerstandsfähig erwiesen und sind schnell auf alternative Kanäle ausgewichen.

Die Herausforderung für die nationale Sicherheit

Experten weisen darauf hin, dass dieser Anstieg durch die Notwendigkeit, die chinesischen Kapitalkontrollen zu umgehen, angeheizt wird. Tom Keatinge (RUSI) erklärte, dass wohlhabende Bürger, die versuchen, Kapital aus China zu transferieren, unwissentlich organisierten Verbrechergruppen in Europa und Nordamerika die dringend benötigte Liquidität zur Verfügung stellen.

Internationale Behörden haben begonnen, zu reagieren: Die US-amerikanische OFAC und die britische OFSI haben Gruppen wie die Prince Group benannt, während die FinCEN die Huione Group als "primäres Geldwäscheproblem" bezeichnet hat.

Wie Chris Urben (Nardello & Co) jedoch feststellte, macht der Wechsel von informellen Transfersystemen zu Kryptowährungen die Überwachung ohne proaktive öffentlich-private Zusammenarbeit und den Einsatz fortschrittlicher Blockchain-Analysen äußerst komplex.

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