33 Prozent beträgt der neue Steuersatz auf Krypto-Gewinne in Italien ab dem 1. Januar 2026, sieben Prozentpunkte mehr als der bisherige Satz von 26 Prozent. Laut dem italienischen Haushaltsgesetz 2026 (L. 199/2025) gilt diese Erhöhung ohne Ausnahme für direkt gehaltene Bitcoin, Altcoins und die meisten anderen Krypto-Assets. Für DACH-Anleger mit Wohnsitz in Deutschland oder Österreich gelten zwar eigene Regelungen, doch die Entwicklung in Italien zeigt, wohin sich die europäische Besteuerung von Krypto-Vermögen bewegt.
Was das Haushaltsgesetz 2026 festlegt
Das Haushaltsgesetz für 2026, die Legge 199/2025, bestätigt den Anstieg der Steuer auf Krypto-Gewinne von 26 auf 33 Prozent. Dieser Satz entspricht in Italien der Besteuerung besonders spekulativer Kapitalerträge. Zugleich entfällt die frühere Freigrenze von 2.000 Euro endgültig: Bereits 2025 abgeschafft, ist ab 2026 jeder Gewinn, unabhängig von der Höhe, steuerpflichtig. Der Gesetzgeber hielt trotz monatelanger Lobbyarbeit der Branche an der Erhöhung fest. Lediglich eine Ausnahme wurde eingeräumt.
Krypto-Gewinne in Italien: was sich ab 2026 ändert
Quelle: Haushaltsgesetz 2026 (L. 199/2025) und Haushaltsgesetz 2025
Die Ausnahme: EMT in Euro mit 26 Prozent
Artikel 13 des Haushaltsgesetzes 2026 schafft eine gezielte Sonderregel. E-Geld-Token (EMT), die auf Euro lauten und dem MiCAR-Regulierungsrahmen entsprechen, werden weiterhin mit 26 Prozent besteuert. Die Logik dahinter ist nachvollziehbar: Ein an den Euro gekoppeltes und durch Reserven gedecktes Instrument ähnelt eher einem stabilen Zahlungsmittel als einem spekulativen Asset. Damit entsteht innerhalb der Krypto-Welt eine klare Trennlinie, mit direkt gehaltenem Bitcoin oder Altcoins bei 33 Prozent und Euro-Stablecoins bei 26 Prozent. Wer innerhalb des gesetzlichen Rahmens optimieren möchte, setzt genau bei dieser Unterscheidung an.
Neues ständiges Aufsichtsgremium für Krypto
Neben den Steuersätzen richtet das Gesetz ein ständiges Kontroll- und Aufsichtsgremium für Krypto-Assets ein. Darin vertreten sind das Wirtschaftsministerium, die Guardia di Finanza (Finanzpolizei), die Consob (Wertpapieraufsicht), die Banca d'Italia und die UIF (Finanzgeheimdiensteinheit), ergänzt durch Branchenverbände. Ziel ist eine geordnete Marktentwicklung und eine einheitliche Auslegung der Regeln in einem Bereich, in dem Interpretationen bisher stark auseinandergingen. Für Steuerpflichtige bedeutet das konkret: weniger tolerierte Graubereiche, mehr Koordination zwischen den Aufsichtsbehörden.
Was sich bei der Steuererklärung ändert: DAC8 und neue Formulare
Der Steuersatz ist nur ein Teil des Bildes. Ab 2026 fließen Krypto-Bestände in Italien in die Berechnung des ISEE-Einkommensnachweises ein. Wer sie verschweigt, riskiert den Verlust staatlicher Beihilfen und Sozialleistungen. Auf der Transparenzseite macht die europäische DAC8-Richtlinie die Finanzbehörden erheblich besser informiert: Registrierte Exchanges übermitteln automatisch Salden und Transaktionen an die Steuerbehörden, ein Mechanismus, der europaweit greift und auch Nutzer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz über ihre ausländischen Konten betreffen kann. In Italien gilt die Circolare 30/E der Agenzia delle Entrate als operativer Leitfaden für die Erklärungspflichten.
Der nächste Einschnitt ist bereits absehbar. Mit dem vollständigen DAC8-Regime, das ab 2027 erwartet wird, und dem automatischen Datenaustausch zwischen den Steuerbehörden der EU-Mitgliedstaaten schrumpft der Spielraum für Versäumnisse Jahr für Jahr. Für Anleger im DACH-Raum lohnt es sich, die Entwicklung in Italien genau zu beobachten: Was dort heute Gesetz wird, könnte in ähnlicher Form auf europäischer Ebene Maßstab setzen. Wer seine Krypto-Steuerlage noch nicht geprüft hat, sollte dies tun, bevor die Behörden den ersten Schritt machen.
