Am 24. April 2026 kündigte Paul Sztorc, Veteran-Entwickler und Vater der Drivechain-Technologie, auf X einen neuen Bitcoin-Hard-Fork namens eCash an — geplant für Block 964.000 im August 2026. Alle BTC-Inhaber erhalten eine äquivalente Menge Token auf der neuen Chain. Was die Community wirklich aufbringt: Sztorc will weniger als die Hälfte der 1,1 Millionen BTC aus dem Patoshi-Muster manuell umverteilen — jene Coins, die Satoshi Nakamoto zugeschrieben werden und seit 2010 unberührt sind. Zum aktuellen Kurs entspricht das rund 40 Milliarden US-Dollar an technisch unveräußerlichen Assets.
Drivechain: neun Jahre Ablehnung, jetzt die Abspaltung
eCash ist das operative Manifest eines Kampfes, den Sztorc seit 2015 führt. BIP-300 und BIP-301 schlagen Sidechain-Anker an Bitcoin via Merge-Mining vor — mit Smart Contracts, Privacy und DEX, ohne das Base Layer anzutasten. Core-Entwickler haben die Proposals jahrelang mit Verweis auf Sicherheits- und Dezentralisierungsrisiken abgelehnt. Sztorc hat aufgehört, um Erlaubnis zu bitten.
Auf X schrieb er: „Back in 2017 the Bitcoin tech stack was strong, and expectations for Lightning were strong. Today is the reverse.“
Sieben Drivechains befinden sich bereits in der Entwicklung: eine Privacy-Chain im Zcash-Stil, der Prediciton-Market Truthcoin, der DEX CoinShift und eine quantenresistente Chain namens Photon — ein Thema, das eng mit der aktuellen Debatte über das Einfrieren von 5,6 Millionen quantenvulnerablen BTC verknüpft ist.
Community spricht von Diebstahl: 80 % negativer Sentiment
Die Reaktion fällt scharf aus. Peter McCormack fasste es knapp zusammen: „Taking Satoshi coins is theft and disrespectful.“ Entwickler Calle bezeichnete Drivechain als Mechanismus, der Minern übermäßige Autorität verleihe. Josh Ellithorpe von Pixelated Ink warnte vor dem Präzedenzfall: Wenn das Prinzip der Antastbarkeit ruhender Coins akzeptiert werde, sei kein BTC mehr wirklich sicher. Eine Grok-Analyse der ersten 60 Antworten auf Sztorcs Tweet zeigt 80 bis 85 Prozent negativen Sentiment.
Roadmap to Block 964,000
Was ändert sich für BTC-Holder im DACH-Raum?
Wer BTC auf einer in Deutschland regulierten Exchange oder auf einer eigenen Wallet hält, erhält nach dem klassischen Fork-Prinzip 1 BTC = 1 eCash. Entscheidend für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz: Die steuerliche Behandlung von Fork-Token ist komplex. Nach deutschem Einkommensteuerrecht können die erhaltenen Token als sonstige Einkünfte nach §22 EStG eingestuft werden — der Marktwert zum Zeitpunkt des Zuflusses gilt als Anschaffungskosten.
Der operative Rat bleibt klar: den offiziellen Coin-Splitter von LayerTwoLabs abwarten, bevor Assets bewegt werden. Während europäische Banken BTC zunehmend über ETF akkumulieren, ist ein Fork, der die Unveränderlichkeit von Bitcoin grundsätzlich in Frage stellt, genau das Ereignis, das der Markt kurz vor dem FOMC-Termin vom 30. April noch nicht einzupreisen weiß.
Was ist der eCash Hard Fork von Paul Sztorc?
Der eCash Hard Fork ist eine von Paul Sztorc (LayerTwoLabs) für Block 964.000 im August 2026 geplante Abspaltung von Bitcoin. Alle BTC-Inhaber erhalten zum Zeitpunkt des Forks einen entsprechenden eCash-Betrag im Verhältnis 1:1 auf der neuen Chain.
Was sind die Patoshi-Coins und warum sind sie umstritten?
Patoshi-Coins sind rund 1,1 Millionen BTC, die dem Bitcoin-Gründer Satoshi Nakamoto zugeschrieben werden und seit 2010 nicht bewegt wurden. Sztorc plant, weniger als die Hälfte davon auf der eCash-Chain umzuverteilen — ein Vorhaben, das Peter McCormack als Diebstahl bezeichnet hat.
Wie werden Fork-Token in Deutschland versteuert?
In Deutschland können durch einen Hard Fork erhaltene Token als sonstige Einkünfte nach §22 EStG gelten. Maßgeblich ist der Marktwert zum Zeitpunkt des Zuflusses. Bei späterem Verkauf greift die Jahresfrist gemäß §23 EStG. Steuerberater sollten individuell konsultiert werden.
Was sind BIP-300 und BIP-301?
BIP-300 und BIP-301 sind Bitcoin Improvement Proposals von Paul Sztorc, die Sidechains via Merge-Mining an Bitcoin ankern wollen. Sie würden Smart Contracts, Privacy-Features und dezentrale Börsen ermöglichen, ohne das Base Layer zu verändern. Core-Entwickler haben beide Proposals seit 2015 abgelehnt.
Wann genau findet der eCash Hard Fork statt?
Der eCash Hard Fork ist für Block 964.000 geplant, der voraussichtlich im August 2026 erreicht wird. Ab Juli 2026 soll die Node-Software eingefroren werden, während zwischen Mai und Juni 2026 ein öffentliches Bug-Bounty-Programm über den LayerTwoLabs-Code läuft.
BTC-Holder im DACH-Raum sollten die Exchange-Policies ihrer Plattform — etwa Trade Republic oder Bitpanda — aktiv verfolgen und steuerrechtliche Dokumentation schon jetzt vorbereiten. Die eigentliche Frage, die der Markt bis August 2026 beantworten muss: Kann ein Fork, der das Unantastbarkeitsversprechen von Bitcoin angreift, auf breite Akzeptanz stoßen — oder bleibt eCash ein Nischenprojekt ohne Kurswirkung auf BTC?
