Ethereum Glamsterdam: Das erste generalisierte Devnet ist live
Ende April 2026 hat das Ethereum-Core-Team das erste generalisierte Devnet des Glamsterdam-Upgrades gestartet — ein Meilenstein, der in der Entwickler-Community kaum zu übersehen ist. Die Ankündigung kam direkt von nixo.eth, Entwicklerin der Ethereum Foundation, in einem viel beachteten Thread auf X. Für technisch versierte Beobachter ist dies das stärkste Protokollsignal seit dem Merge 2022.
5/6 🧵 Glamsterdam
— nixo.eth 🦇🔊🥐 (@nixorokish) April 22, 2025
▶️ See the Meta EIP here: https://t.co/bt0wRnRO0j
▶️ We'll have a new process beginning in Glamsterdam. See more here: https://t.co/Ce7CiiHmGQ
▶️ An even higher gas limit?!
Kein Hype, keine Ankündigung ohne Substanz. Der Devnet-Start markiert den Beginn der intensivsten Testphase, die Ethereum seit dem Wechsel zu Proof-of-Stake durchlaufen hat.
Was ist Glamsterdam — und warum ist das Upgrade so bedeutsam?
Der Name ist ein Portmanteau: „Gloas
Die BAL ergänzen das Bild: Indem alle Accounts und Storage-Slots, die ein Block berühren wird, im Voraus deklariert werden, kann Ethereum die Daten von der Festplatte vorladen und konfliktfreie Transaktionen parallel ausführen. Was heute ein sequenzieller Prozess ist – per Definition langsam – wird zu einem Abhängigkeitsgraphen, der gleichzeitig auf mehreren Threads ausgeführt werden kann.
Das prognostizierte Ergebnis: 10.000 TPS und eine geschätzte Reduzierung der Ausführungskosten um 78 %. Für einen DeFi-Nutzer, der heute 4–8 US-Dollar pro Swap zahlt, ist das kein unwichtiges Detail.
Wie Ethereum auf technischer Ebene funktioniert, erklärt unsere Ethereum-Übersicht.
Das generalisierte Devnet: Was das in der Praxis bedeutet
Bis April 2026 fanden die Tests in getrennten Netzwerken statt: eines für ePBS (epbs-devnet), ein weiteres für die BAL (bals-devnet). Das generalisierte Devnet vereint alles in einer einzigen Umgebung – es ist der erste Moment, in dem alle Komponenten von Glamsterdam koexistieren und miteinander interagieren. Das Checkpoint #9 der Ethereum Foundation, veröffentlicht am 10. April, war eindeutig: Die Entwicklung schreitet langsam, aber stetig voran, wobei ePBS aufgrund der Komplexität der Koordination zwischen zwei Parteien innerhalb des Konsensmechanismus das größte Hindernis darstellt.

Sobald das generalisierte Devnet stabil ist, ist der Weg klar: Client-Releases, Sicherheitsaudits, öffentliche Testnets (Holesky und Sepolia) – und erst dann ein offizieller Mainnet-Termin. Juni ist möglich. Q3 ist realistischer. Die Richtung ist eindeutig – wer nur auf den ETH-Kurs schaut, liest das falsche Kapitel.
Warum Investoren wieder über ETH sprechen
In der letzten Woche kam Bewegung in den Markt. Am 14. April 2026 brach ETH mit einem Plus von 9,2 % den Abwärtskanal, der seit August 2025 andauerte. Analysten nennen 3.400 USD als technisches Kursziel. Das ETH/BTC-Ratio erreichte den höchsten Stand im Jahr 2026. BitMine, das Unternehmen von Tom Lee, hat über 3 Millionen ETH akkumuliert. Das Signal ist eindeutig: Der Markt beginnt, Glamsterdam einzupreisen.
Die historische Logik ist präzise. Vor Dencun (Q1 2024) legte ETH in der Pre-Fork-Phase rund 60 % zu. Vor dem Shapella-Upgrade 2023 stieg der Kurs nach Aktivierung um 10 %. Glamsterdam stellt strukturell ein deutlich tieferes Upgrade dar als beide Vorgänger.
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Der entscheidende Punkt: eine Infrastruktur, die sich festigt
Wer den Zyklus 2021–2022 miterlebt hat, erinnert sich an die berechtigte Kritik an Ethereum: explodierende Gebühren, Zentralisierung der Builder, intransparentes MEV, langsame Ausführung. Glamsterdam beantwortet diese Kritik nicht mit Pressemitteilungen, sondern mit Code – gemäß dem EIP-Entwicklungsprozess der Ethereum Foundation.
Das Enshrinement – die Integration externer Mechanismen direkt ins Protokoll – ist die tragende Designphilosophie. Während die Wall Street mit ETFs und föderalen Trust Companies in das Krypto-Ökosystem einsteigt, ist ein Layer 1 mit auditierbaren und vorbestimmten Block-Produktionsregeln für Compliance-Teams großer Banken kein Detail – sondern eine Grundvoraussetzung.
Vitalik Buterin hat die Post-Glamsterdam-Roadmap klar skizziert: Nach ePBS folgen FOCIL (bereits als Kernstück des nächsten Upgrades Hegotá vorgesehen) und verschlüsselte Mempools. Das Protokoll konvergiert langfristig auf eine Architektur mit 1000-fachem Skalierungssprung durch ZK-EVM – mit Glamsterdam als fundamentaler Grundschicht.
Das Zeitfenster ist offen. Das Devnet ist live. Das Mainnet rückt näher.
Offizielles Video-Hintergrunddossier der Ethereum Foundation:

