Choi Woo-hyung von KBank und Fiona Murray von Ripple unterzeichnen Partnerschaft in Seoul für grenzüberschreitende…
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Von Giulia Ferrante Profilbild Giulia Ferrante
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KBank verlässt SWIFT: Ripple übernimmt Koreas Zahlungen

KBank unterzeichnet am 27. April 2026 eine Partnerschaft mit Ripple in Seoul: Phase 2 des PoC startet sofort, Korridore VAE und Thailand, Palisade als…

Seoul, 27. April 2026, Hauptsitz der KBank im Bezirk Jung-gu. CEO Choi Woo-hyung unterzeichnet eine strategische Partnerschaft mit Fiona Murray, Asia-Pacific Managing Director von Ripple. Keine Pressekonferenz, kein Medienrummel. Nur eine Unterschrift, die mehr wert sein könnte als tausend Investoren-Präsentationen.

KBank: Die Zahlen bestimmen das Gewicht des Deals

KBank ist keine gewöhnliche Bank. KBank ist die erste Digitalbank Südkoreas und der einzige zugelassene Bankpartner von Upbit, dem führenden Krypto-Exchange des Landes. Das koreanische Recht schreibt vor, dass jeder Exchange-Nutzer sein Konto mit einer verifizierten Bank verknüpft: Upbit arbeitet ausschließlich mit KBank. Eine harte Zahl: Die Nutzerbasis wuchs von 2 Millionen im Jahr 2020 auf 15 Millionen Ende 2025, wie CoinDesk berichtete. Für 2026 plant KBank die Notierung am KOSPI, der Hauptbörse in Seoul.

Phase 2 aktiv: Korridore VAE und Thailand, kein XRP

Der Proof of Concept läuft in mehreren Phasen. Phase 1 validierte ein Überweisungssystem auf einem intern entwickelten Wallet von KBank, und die Grundstruktur hielt stand. Phase 2 startet heute und wechselt das Werkzeug: KBank setzt nun auf Palisade, das Wallet-SaaS, das Ripple im November 2025 im Rahmen eines 4-Milliarden-Dollar-Pakets an kryptobezogenen Investitionen übernommen hat. Palisade bietet Multi-Party Computation, Zero-Trust-Architektur, Hardware Security Modules sowie vorinstallierte Compliance-Funktionen für Anti-Geldwäsche und Know-Your-Customer.

Der Test prüft die On-Chain-Stabilität von Transaktionen in die Vereinigten Arabischen Emirate und nach Thailand, zwei Korridore, die auf SWIFT-Schienen traditionell teuer sind.

Für XRP-Investoren: Der KBank-Deal erzeugt keinen Kaufdruck auf XRP, da das Settlement über Stablecoins läuft, voraussichtlich RLUSD. Dasselbe Muster zeigt sich bei den Deals mit Deutsche Bank, Convera und Kyobo Life Insurance im Jahr 2026.

Das Detail ist entscheidend. Compliance-intensive Banken wollen keine volatilen Assets im Transit, und XRP bei aktuell 1,42 Dollar kann innerhalb einer Stunde um 5 Prozent schwanken. RLUSD hält den Wert stabil. Für Banken ist das eine Frage des operativen Risikos, nicht der Loyalität zu einem Token.

Ripple in Korea baut Präsenz zügig aus

Der KBank-Deal ist bereits die zweite Ripple-Kooperation in diesem Monat. Anfang April schloss Kyobo Life Insurance eine Vereinbarung, um tokenisierte Staatsanleihen über Ripple Custody zu testen. SBI Ripple Asia veröffentlichte eine gemeinsame Studie mit DSRV über die Japan-Korea-Korridore.

KBank hat inzwischen 13 Markenschutzanträge für Stablecoin-Wallets eingereicht, mit Namen wie KSC Wallet, KSTA Wallet und Kstable Wallet. All das geschieht, während das koreanische Parlament den Digital Asset Basic Act abschließt, ein am 8. April eingebrachtes Gesetz, das ein Bankkonsortium mit 51-Prozent-Anteil für die Ausgabe nationaler Stablecoins vorsieht. Mehr dazu auch auf SpazioCrypto: der deutsch-italienische Vorschlag zum Stablecoin-Kill-Switch zeigt, wie jede Jurisdiktion ihren eigenen Perimeter absteckt, bevor der Zug abfährt.

Stripe, Tempo, KBank: dasselbe globale Muster

Der koreanische Deal fügt sich in eine globale Entwicklung ein, zu der auch Stripe mit Tempo gehört: Die On-Chain-Infrastruktur für institutionelle Zahlungen wird zum Standard, nicht zur Ausnahme. Visa, Mastercard, Klarna, UBS und die Deutsche Bank testen alle dieselbe Technologie.

SWIFT allein reicht nicht mehr. Drei Tage und 50 Dollar Gebühr für eine KRW-AED-Überweisung ergeben keinen Sinn, wenn dieselbe Transaktion auf der Blockchain in 4 Sekunden und nahezu kostenlos abgewickelt wird.

Phase 2 muss abgeschlossen sein, bevor der Digital Asset Basic Act verabschiedet wird, was im dritten Quartal 2026 erwartet wird. Danach entscheidet KBank, ob der PoC in einen kommerziellen Live-Betrieb überführt oder vorerst in der Warteschleife bleibt.

Ripple hat in den USA noch immer einen offenen Antrag auf eine Trust-Bank-Lizenz, die die globale Infrastruktur des Unternehmens grundlegend verändern würde. Die eigentliche Frage lautet: Will Choi Woo-hyung SWIFT wirklich ersetzen, oder baut er lediglich regulatorische Optionen für Seoul auf?

Von Giulia Ferrante Profilbild Giulia Ferrante
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