Kraken IPO 2026 – Deutsche Börse Investition und SEC-Filing bestätigt
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Von Giulia Ferrante Profilbild Giulia Ferrante
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Kraken IPO 2026: Deutsche Börse investiert 200 Mio. USD – was das für DACH-Anleger bedeutet

Es gibt einen Moment, in dem ein Unternehmen aufhört, nur eine Plattform zu sein, und beginnt, zu einer Infrastruktur zu werden.

Es gibt einen Moment, in dem ein Unternehmen aufhört, nur eine Plattform zu sein, und beginnt, zu einer Infrastruktur zu werden. Für Kraken könnte dieser Moment gestern gekommen sein.

Am 14. April 2026 bestätigte Co-CEO Arjun Sethi beim Semafor World Economy Summit in Washington D.C. öffentlich, worauf der Markt gewartet hatte: Kraken hat vertraulich einen IPO-Antrag bei der US-amerikanischen SEC eingereicht. Am selben Tag kündigte Deutsche Börse — der deutsche Börsengigant — eine Investition von 200 Millionen Dollar in Kraken an und erwarb damit einen Anteil von 1,5 % des vollständig verwässerten Kapitals. Die implizierte Bewertung beträgt 13,3 Milliarden Dollar.

Vor einem Jahr war das Unternehmen noch 20 Milliarden wert. Der Markt hat korrigiert. Aber Kraken hat nicht aufgehört.

Ein Börsengang auf Eis gelegt — und dann neu bestätigt

Die Geschichte dieses Börsengangs hat etwas Filmreifes. Im November 2025 sammelt Kraken 800 Millionen Dollar bei einer Bewertung von 20 Milliarden ein. Zu den Teilnehmern der Runde gehören Citadel Securities — die Gesellschaft von Ken Griffin — und Jane Street, Namen, die der Welt der Krypto-Retailspekulation ganz sicher nicht angehören. Im November wird der S-1-Entwurf vertraulich bei der SEC eingereicht.

Dann kommt der Winter. Bitcoin fällt um 40 % von den Höchstständen im Oktober 2025. Die Handelsvolumina an den Börsen sinken. Gemini Space Station, bereits börsennotiert, verliert fast die Hälfte seines Wertes. Im März 2026 friert Kraken seine Pläne ein. Stille.

Gestern jedoch bricht Sethi dieses Schweigen. Seine Worte beim Semafor-Gipfel sind direkt:

„Was sie am Ende wollen, ist das, was Citadel, Jane Street und JPMorgan haben. Und sie wollen, dass es für sie zugänglich ist. Das ist unsere Mission."

Kein Datum. Kein Aktienpreis. Kein bestätigtes Zeitfenster. Nur eine Gewissheit: Die Einreichung ist noch aktiv. Der Prozess geht weiter.

Deutsche Börse: Warum das wirklich zählt

Der Einstieg der Deutschen Börse ist nicht nur eine finanzielle Bewegung. Es ist ein strategisches Signal mit hohem symbolischen Gehalt.

Dass die Frankfurter Börse in eine Krypto-Exchange investiert, bedeutet, dass traditionelle Institutionen nicht mehr nur von außen zuschauen. Sie kaufen Stücke der Zukunft. Die Vereinbarung — 200 Millionen Dollar in einer Sekundärtransaktion mit bestehenden Aktien — wartet auf regulatorische Genehmigung und soll bis Q2 2026 abgeschlossen werden. Die Partnerschaft zwischen den beiden war bereits im Dezember 2025 angekündigt worden mit dem Ziel, regulierten Kryptohandel, Derivate, tokenisierte Assets und institutionelle Liquidität zu integrieren.

Mit anderen Worten: Sie kaufen nicht nur einen Anteil. Sie bauen eine Brücke zwischen dem traditionellen Finanzsystem und der On-Chain-Infrastruktur.

Um die Tragweite des Moments einzuordnen, lesen Sie auch unsere Analyse zu Coinbase als erster föderaler Trust Company der USA — ein weiterer struktureller Schritt im selben Institutionalisierungsprozess des Sektors — sowie unsere Analyse zum CLARITY Act, der den regulatorischen Rahmen darstellt, in den sich diese Bewegungen einfügen.

Die Bewertung: Von 20 auf 13,3 Milliarden

Der Bewertungsrückgang ist real und muss klar benannt werden. Zwischen November 2025 und April 2026 hat Kraken über 6 Milliarden Dollar an wahrgenommenem Wert verloren. Der Vergleich mit Coinbase — börsennotiert am NASDAQ — ist unvermeidlich. Aber die Multiplikatoren sind unterschiedlich: Kraken wird mit etwa dem 10-fachen des prognostizierten Umsatzes 2025 und dem 25- bis 35-fachen des bereinigten EBITDA gehandelt. Zahlen, die über denen von Coinbase liegen.

Warum? Weil der Markt auch die geografische Expansion einpreist. Kraken ist laut Kaiko heute die weltweit führende Exchange für Q3 2025, mit 59 Milliarden Dollar an Assets auf der Plattform — ein Anstieg von 34 % gegenüber dem Vorquartal — und 5,2 Millionen finanzierten Accounts.

Die Woche war auch von einem internen Vorfall geprägt: Zwei Mitarbeiter des Support-Teams hatten unbefugt auf Systeme zugegriffen und Daten von rund 2.000 Accounts dokumentiert. Eine kriminelle Gruppe versuchte daraufhin eine Erpressung. Nick Percoco, CSO von Kraken, antwortete unmissverständlich: keine Zahlung, keine Verhandlung. Die Kundengelder waren zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Wir haben den Fall ausführlich in unserem Artikel behandelt: Kraken unter Erpressung: der Fall des kriminellen Angriffs.

Die Tatsache, dass die IPO-Nachricht und die Erpressung in derselben Woche zusammenfielen, zeigt, wie viel Krypto-Unternehmen gleichzeitig auf technischer, rechtlicher, reputativer und finanzieller Ebene bewältigen müssen. Kraken tut das mit bemerkenswerter Stabilität.

Der richtige Moment für den Börsengang?

Bitcoin ist diese Woche über 74.000 Dollar gestiegen — das höchste Niveau seit Februar — angetrieben durch eine Entspannung der geopolitischen Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Bitcoin-Spot-ETFs verzeichneten am 6. April Zuflüsse von 471 Millionen Dollar an einem einzigen Tag. Morgan Stanley debütierte am 8. April mit seinem eigenen Bitcoin-ETF.

Das Umfeld hat sich gegenüber März verändert. Es ist noch kein erklärter Bullenmarkt, aber das Fenster hat sich wieder geöffnet.

Wenn Kraken den Börsengang erfolgreich abschließen kann — sei es im zweiten Halbjahr 2026 oder später — wird es das erste Krypto-native Unternehmen von dieser Größenordnung sein, das seit Coinbase im Jahr 2021 an die Börse geht. Ein entscheidender Test dafür, ob Wall Street wirklich bereit ist, diesen Sektor mit der nötigen Reife aufzunehmen.

Von Giulia Ferrante Profilbild Giulia Ferrante
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