Meta USDC-Stablecoin-Auszahlungen für Creator auf Solana und Polygon
  • Home
  • Stablecoins
  • Meta zahlt Creator in USDC: Stablecoin-Comeback auf Solana und Polygon
Von Riccardo Curatolo Profilbild Riccardo Curatolo
3 min read

Meta zahlt Creator in USDC: Stablecoin-Comeback auf Solana und Polygon

Meta zahlt Creator in Kolumbien und auf den Philippinen per USDC über Solana und Polygon via Stripe. Vier Jahre nach Libra kommt der Krypto-Neustart ohne…

Vier Jahre nach dem Libra-Desaster wagt Meta einen neuen Vorstoß im Krypto-Bereich. Kein globales Communiqué, nur eine still aktualisierte Support-Seite. Dahinter stehen 3,3 Milliarden Nutzer und eine klare strategische Entscheidung.

Am 29. April 2026 aktivierte Meta USDC-Auszahlungen für ausgewählte Creator in Kolumbien und auf den Philippinen. Die Transaktionen laufen über Solana und Polygon, Stripe übernimmt die Zahlungsinfrastruktur. Die Wahl dieser zwei Länder ist kein Zufall: Creator verdienen dort in Dollar, erhalten ihr Geld aber über Korrespondenzbanken mit drei bis fünf Tagen Wartezeit und Gebühren zwischen 3 % und 7 %, laut branchenüblichen Korrespondenzbankkonditionen. USDC auf Solana hingegen schließt Transaktionen in unter einer Sekunde für weniger als einen Cent ab.

Kein Meta-Coin: nur USDC von Circle

Der entscheidende Punkt ist, was Meta nicht tut. Ein Sprecher des Unternehmens erklärte gegenüber Decrypt, dass Meta „keine eigene Stablecoin emittiert“. Stattdessen fällt die Wahl auf USDC, das laut CoinGecko eine Marktkapitalisierung von 77 Milliarden Dollar aufweist und weltweit die zweitgrößte Stablecoin nach USDT ist. USDC ist sowohl MiCA-konform als auch GENIUS-Act-konform und damit die einzige bedeutende Stablecoin mit dieser doppelten Zertifizierung, was sie für ein global agierendes Unternehmen besonders attraktiv macht.

Die Liste der unterstützten Wallets spricht für sich: MetaMask, Phantom, Binance, Bybit, Kraken und Bitso. Keine eigene Verwahrung, kein proprietäres Token, keine Neuauflage von Diem. Für das Finanzamt gilt: Meta stellt Formulare 1099 oder 1042 aus, Stripe übernimmt das Krypto-Reporting. In Deutschland sollten Nutzer beachten, dass Gewinne aus USDC-Auszahlungen nach deutschem Einkommensteuerrecht (EStG §22 Nr. 3) als sonstige Einkünfte gewertet werden können. Zwei klare Reporting-Spuren, keine Graubereiche.

Was sich für Polygon, Solana und die Stablecoin-Branche ändert

Marc Boiron, CEO von Polygon Labs, bestätigte gegenüber Fortune, dass das Programm bis Ende des Jahres mehr als 160 Länder abdecken soll. Catherine Gu, Head of Product bei der Solana Foundation, bezeichnete Solana als „default place for internet-scale payments“. Polygon verarbeitete laut Boirons Angaben in den letzten 30 Tagen 37 Milliarden Dollar Stablecoin-Volumen bei 633 Millionen Transaktionen. Solana punktet mit Sub-Sekunden-Finalität. Beide Netzwerke konkurrieren um dieselbe Rolle als globale Micropayment-Infrastruktur. Meta hat sich für beide entschieden. Keine Exklusivität, keine strategische Abhängigkeit.

Auch Branchenzahlen untermauern den Trend. Visa meldete vergangene Woche eine laufende Stablecoin-Settlement-Rate von 7 Milliarden Dollar, ein Plus von 50 % gegenüber dem Vorquartal. Chainalysis prognostiziert das globale Stablecoin-Handelsvolumen bis 2035 auf 1,5 Billiarden Dollar. Das On-Chain-Zahlungsnetz ist kein Experiment mehr: Es ist eine parallele Rail, die echte Kapitalströme absorbiert. Stripe, bereits als Infrastruktur-Layer für Krypto-Zahlungen positioniert, integriert das Meta-Segment als weiteren Baustein eines wachsenden Ökosystems.

Europa und der Schatten des Kill-Switch

Europa schaut zu. Meta lanciert das Produkt formell nicht in der EU. Dennoch haben Deutschland und Italien der EBA im März einen Kill-Switch-Vorschlag für ausländische Stablecoins vorgelegt, mit USDC im Visier. Das Papier thematisiert Multi-Issuer-Schemata und in den USA verwahrte Reserven. Dass eine Tech-Großmacht Creator außerhalb der EU mit USDC bezahlt und danach eine Expansion in über 160 Märkte anstrebt, wird in Brüssel genau registriert. Der nächste Prüfstein ist der MISP-Gipfel im Juni.

Metas Krypto-Comeback ähnelt Libra nicht. Es ist kleiner, taktischer, aufgebaut auf fremder Infrastruktur. Fortune bezeichnete es als diskreten Wiedereinstieg: keine Konferenzen, keine Werbespots. Der wesentliche Unterschied zu 2019: Diesmal beobachtet der Regulator, anstatt zu blockieren. Das nächste Signal kommt mit Q2 2026. Wenn der Pilotversuch in Kolumbien und auf den Philippinen saubere Metriken liefert, hat Marc Boiron den Expansionsplan bereits geschrieben: 160 Länder in zwölf Monaten.

Von Riccardo Curatolo Profilbild Riccardo Curatolo
Aktualisiert am
Stablecoins Fintech Vereinigte Staaten
Consent Preferences