Western Union bringt im Mai die Stablecoin USDPT auf der Solana-Blockchain auf den Markt. Der 175 Jahre alte Zahlungsriese steigt ins Stablecoin-Geschäft ein, mit einem klaren Ziel: SWIFT aus dem Zahlungsverkehr zwischen seinen Agenten zu drängen.
Das Token trägt den Namen U.S. Dollar Payment Token und wird von der Anchorage Digital Bank, einem auf Krypto spezialisierten US-Bundesinstitut, ausgegeben. Als Blockchain hat Western Union Solana gewählt, weil das Netzwerk Tausende von Transaktionen pro Sekunde zu minimalen Kosten abwickelt.
Wie funktioniert USDPT auf Solana?
In der Praxis: uSDPT ist im Verhältnis eins zu eins an den US-Dollar gekoppelt. Western-Union-Agenten nutzen das Token zur Abrechnung untereinander. Statt über das SWIFT-Netzwerk zu laufen, das Tage dauert und hohe Gebühren verursacht, erfolgt die Abwicklung direkt auf Solana. Laut Unternehmensangaben sinkt der durchschnittliche Transaktionskostenvon mehreren Dollar auf wenige Cent.
Das bedeutet: Mehr Geld kommt beim Empfänger an, weniger geht für Gebühren verloren.
In einer ersten Phase richtet sich USDPT an die rund 360.000 Zahlungspunkte weltweit, nicht an Privatkunden. Es geht darum, das Back-End des Überweisungsgeschäfts zu modernisieren. Wer aus Deutschland Geld nach Lateinamerika, Afrika oder Asien schickt, könnte in den kommenden Monaten von kürzeren Laufzeiten und niedrigeren Kosten profitieren.
Anchorage Digital übernimmt die regulierte Verwahrung der Token. Das System ist auf MiCA-Konformität ausgelegt, was für den europäischen Markt einen handfesten Wettbewerbsvorteil bedeutet: Wer die MiCA-Anforderungen an Stablecoins erfüllt, kann im gesamten EWR ohne zusätzliche Länderlizenz operieren.
JUST IN: Western Union to launch its Solana-based stablecoin “USDPT” next month.🔥
, Crypto India (@CryptooIndia) April 27, 2026
It also plans a global “Stable Card” later this year, letting consumers hold digital dollars and spend worldwide. pic.twitter.com/lSWCLRPnYs
CEO Devin McGranahan machte die Strategie in der Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des ersten Quartals deutlich. USDPT sei kein Pilotprojekt, sondern das Fundament der neuen Western-Union-Strategie. Noch in diesem Jahr soll eine physische „Stable Card“ folgen: Kunden sollen damit digitale Dollar halten und weltweit in lokaler Währung bezahlen und abheben können.
Für die Distribution arbeitet Western Union mit Crossmint zusammen. Der Stablecoin-Markt hat laut CoinGecko-Daten bereits eine Gesamtkapitalisierung von über 300 Milliarden US-Dollar erreicht. Stablecoins sind längst keine Spekulationsinstrumente mehr. Sie sind reale Zahlungsinfrastruktur für reale Geldflüsse. Die entscheidende Frage lautet jetzt: Wie schnell werden die 360.000 Western-Union-Agenten weltweit vom alten SWIFT-System auf USDPT umsteigen? BaFin und EZB beobachten diese Entwicklung genau, denn ein flächendeckender Einsatz würde den regulatorischen Rahmen für Stablecoins in der EU auf eine neue Belastungsprobe stellen.
